Anuparna ROYIndien 2025 / 78 min
Thooya will als Schauspielerin reüssieren und hat also die dörfliche Heimat verlassen, um in Mumbai ihr Glück zu versuchen. Ihren Unterhalt verdient sie als verdeckte Teilzeit-Sexarbeiterin. Sie lebt in einer Wohnung eines ihrer Sugar Daddys. Ein Zimmer hat sie an Swetha untervermietet, die in einem Callcenter arbeitet und selbst auch auf der Suche nach besseren Chancen vom Dorf in die Stadt übersiedelt ist. Aus der Zweckgemeinschaft der beiden entsteht – ganz unerwartet – eine feine Verbindung. Ihre Leben, scheinbar Sonnensysteme voneinander entfernt, verbinden sich ganz allmählich miteinander. Im Getöse der Großstadt teilen sie Momente des Schweigens, kleine Geschichten und Gesten der Empathie. Doch als verborgene Sehnsüchte und alte Wunden zum Vorschein kommen, werden die zarten Bande auf die Probe gestellt. Doch darauf, das ist die besondere Größe des Films, entfaltet sich kein Drama, sondern vielmehr eine Ermächtigung, ein Erstarken von Selbstbewusstsein, Resilienz und einer Verbundenheit zwischen Frauen, die in einer Welt bestehen müssen, die sie nicht wahrnimmt:
„Meine Freundin Jhuma war eine von denen, die im Rahmen eines staatlichen Programms mit 13 Jahren verheiratet wurden, dann verschwand sie. Ihr Schweigen ließ mich nicht los. Songs of Forgotten Trees ist geprägt von solchen Erinnerungen an Frauen, die Systeme überleben, die darauf ausgelegt sind, sie auszulöschen. Der Film folgt zwei Migrantinnen, deren Leben sich still und leise in einer Stadt kreuzen, die niemals stillsteht. Ich wollte Frauen ohne Wertung und ohne Metaphern darstellen. Mein Film ist ein Versuch, den Erzählraum für das Unsichtbare, das Komplexe und die stillen, widerstandsfähigen Menschen zurückzugewinnen. (Anuparna Roy)