Mary STEPHENFrankreich, Hongkong, Taiwan 2025 / 108 min
LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD RED LOTUS ASIAN FILM FESTIVAL 2026
Über acht Jahrzehnte und vier Kontinente hinweg begibt sich Filmemacherin und Editorin Mary Stephen mit ihrem Film auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise zu den Ursprüngen ihres englischen Nachnamens. Ausgehend von den Schmalfilmen und Tagebüchern ihres Vaters, Familienfotos, ihren eigenen Reiseaufnahmen, Fragmenten mündlicher Überlieferungen und offiziellen Archiven konstruiert Stephen eine vielschichtige, polyphone Erzählung, in der persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte zueinander finden. Der Film bewegt sich von den Arbeiter*innen-Vierteln Hongkongs, wo die Lehrerin Hilda Yik den Arbeiter Chan Tik Fong zwischen Kleingewerbe und Hollywood-Träumen heiratet, nach Wuhan, wo der britische Intellektuelle Julian Bell, Sohn von Vanessa Bell und Neffe von Virginia Woolf, eine skandalöse Affäre mit einem renommierten, verheirateten chinesischen Schriftsteller eingeht, bis hin zu Orten wie dem australischen Outback, Montreal und Toronto, London und Cambridge, Paris und Cassis, immer auf der Suche nach unwahrscheinlichen Entdeckungen und guten Begegnung. Wie und warum wurden Hilda Yik und Chan Tik Fong zu Hilda und Henry Stephen?
Mit ihrem Film fügt Mary Stephen Bausteine eines vergessenen Mosaiks neu zusammen – und kreiert so eine Meditation über Neuanfänge und die unwiderstehliche Versuchung, die eigene Geschichte neu zu schreiben und sich selbst so (immer wieder) neu zu erfinden.
Für ihr bisheriges Werk als Filmemacherin und Editorin verleihen wir Mary Stephen den RED LOTUS LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD 2026. Voraussichtlich wird es Mary Stephens fragile Gesundheit leider nicht erlauben, persönlich nach Wien anzureisen, daher planen wir eine Online-Gespräch mit der Künstlerin vor der Vorstellung des Films.