Freies Kino: Johannes Deutsch – Der Raub der Proserpina


Johannes DeutschÖsterreich 2025 / 60 min

Freies Kino
Dienstag, 16. September 2025
20:00 Uhr
Freier Eintritt, Zählkarten an der Abendkassa

Eine Veranstaltung vom Künstlerhaus

Der Raub der Proserpina - PREMIERE

Am Ufer von Vergangenheit und Zukunft

Ein Film in sieben Bildern von Johannes Deutsch

Nach Ovids Metamorphosen

Unter Begleitung einer Kamera führt eine Gruppe von Personen als antiker Theaterchor durch die Landschaften des Mythos, gesehen aus der Perspektive von dessen Nachleben im kulturellen Gedächtnis von heute. An den sieben Schauplätzen deutet der Chor – nach antikem Vorbild – auf das innere Wagnis der zu verhandelnden Rollen, führt diese aber nicht weiter aus. Der Einstieg in die Geschichte erfolgt über den Prolog, wo Pluto der Beherrscher der Unterwelt auf seinem Gang entlang der Grenze zur „anderen Seite“ – zu welcher es so viele Eingänge wie Suchende gibt –, bis ans Kiesufer des Grenzgewässers „Styx“ geht. Dort muss der Chor seinen Weg alleine beschreiten und bereits in der Ouvertür verhindern Rauchschwaden ein Weiterkommen. Der Weg führt auch zeitlich einen Schritt zurück und zeigt die Kamera am Set während des filmischen Entstehens. Als endlich der „Styx“ überquert wird, steht der Chor am Fuße eines Gebirges an einer Quelle und wiegt sich sichtlich in Sicherheit der scheinbaren Idylle. Über allen schwebt Proserpina in der Übereilung in „des Äthers Höhen“. Als mit ihrem Sturz aus den Lüften die Idylle endet, bringt sie ihre Entführung durch Pluto – getarnt im Felsen – im Geleit auf der Überfahrt nach der „anderen Seite“. Nur noch gesehen im roten Widerschein eines Kahns, segeln Proserpina und der Chor in die Aporie der Nacht. Auf der „anderen Seite“ ziehen Proserpina und der Chor als ihr Gefolge bis vor die Tore der „Hallen am Styx“, wo Proserpina in einer Dunstwolke vorübergehend vor den Augen aller verborgen wird, um daraufhin in einer Initiation in den Eingangshallen am Styx mit einer Zeremonie den Winter in vitro zu beschwören. Im Finale deckt erst der Chor von allen Seiten herbeikommend die Hochzeitstafel, ehe diese beim Schlag des Gongs – gleich dem Rad der Fortuna – ihre Utensilien zur Gewinnung von Zeit und Energie zeigt.

Kamera: Philipp Krebs, Christian Haake, Animation und Schnitt: Johann Scholz, Musik: Anna Lang

Eine Produktion von RAUM.FILM Filmproduktion © 2025, 60 min, 4K

Johannes Deutsch

wurde 1960 in Linz geboren, studierte Grafik an der Höheren Lehranstalt für künstlerische Gestaltung in Linz (1975-1980) und Medienkunst am Postgraduate - Institute for New Media an der Hochschule für Bildende Künste-Städelschule in Frankfurt/Main (1990-1992). Als Maler, Regisseur und Medienkünstler hat Deutsch Medien immer kombiniert, um sie zu einem Ganzen zu verbinden. Das Thema Gesamtkunstwerk interessierte ihn bereits als Kustos am Sigmund Freud Museum in Wien (1984-1989) und es führte ihn u.a. auch zu interaktiver Kunst. Für das Ars Electronica Festival 2002 in Linz gestaltete Deutsch die interaktive CAVE-Installation: Gesichtsraum; mit dem Ars Electronica Futurelab gestaltete er weiters für das 30. Bruckner Fest in Linz 2004 Wagners Oper Das Rheingold als interaktive „virtual reality“. Deutschs Werke als bildender Künstler wurden u. a. in Einzelpräsentationen: 1992 im Museum Moderner Kunst MUMOK, Wien; 1998 im Kunstmuseum Bonn; 2012 im Museo d´Arte Moderna Ugo Carà, Triest; 2018 im Museum Angerlehner, Thalheim, 2020 im Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava sowie 2024 im Robert Musil-Museum Klagenfurt gezeigt. Von 2012-2025 arbeitete Deutsch am Raub der Proserpina einem experimentellen Gesamtkunstwerk aus Bewegtbild, Film und Animation, Performance und Publikumspartizipation sowie Musik an mehreren Schauplätzen im Großraum Salzkammergut.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2024   Robert Musil-Museum, Klagenfurt

2020   Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava

2019   Lukas Feichtner Galerie – FOTO WIEN, Wien

2018   Museum Angerlehner, Thalheim/Wels

2017   Bildraum Bodensee, Bregenz

2012   Museo d´Arte Moderna Ugo Carà, Trieste

2007   Museum der Moderne Mönchsberg, Salzburg

2003   Nordico – Museum der Stadt Linz,

1998   Kunstmuseum Bonn, Bonn,

1996   Kunsthalle Wien – Schau Fenster

1995   Museum of Contemporary Art Zagreb – MSU

1992   Museum Moderner Kunst / Stiftung Ludwig, MUMOK, Wien

Filmografie (Auswahl)

2006-2007

Vision Mahler - Artist´s Edition – Johannes Deutsch I/06 und II/07, Drehbuch / Storyboard, Szenenbild, Regie der DVD-Fassung, Dauer 87:00 min + 48:00 min Bonus, Kamera WDR Köln, Schnitt Philipp Krebs, RAUM.FILM Filmproduktion, Wien, Farbe, Ton, 19:9

2004-2006

Vision Mahler, Konzeption, Drehbuch, Storyboard, Bildbearbeitung, Szenenbild, Regie der interaktiven 3D-Projektion in der Philharmonie Köln, 2006 (Panoramaprojektion) sowie der interaktiven Live-3D-TV Version (WDR), Programmierung der Virtual Reality / Ars Box Application Ars Electronica Futurelab Linz, Dauer 87:00 min, Farbe, Ton, 4:3

1999-2002

Gesichtsraum, Drehbuch, Storyboard, Regie, Bildbearbeitung. Auftragswerk des Artist-in-Residence-Programm des Ars Electronica Festivals Linz 2002. Programmierung der Virtual Reality / CAVE Application Ars Electronica Futurelab Linz, Making of, Dauer 15:00 min, Farbe, Ton, 4:3

1987-1992

Symbiose zwischen Film und Malerei, Drehbuch, Storyboard, Kamera, Regie, Bildbearbeitung und Schnitt, Postgraduate Institut für Neue Medien, Städelschule Frankfurt, Dauer 23:30 min,

computerunterstütztes Video/Betacam SP, Farbe, stumm, 4:3

Informationen

Länge
60 min
Kamera
Philipp Krebs, Christian Haake
Produktion


Eine Produktion von RAUM.FILM Filmproduktion

Informationen

Länge
60 min
Kamera
Philipp Krebs, Christian Haake
Produktion


Eine Produktion von RAUM.FILM Filmproduktion

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