Kein Land für Niemand


Europa zieht die Mauern hoch – mitten in einer humanitären Katastrophe. Der Dokumentarfilm „Kein
Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“ beleuchtet die drastischen Folgen der
europäischen Abschottungspolitik und die Rolle Deutschlands in diesem Paradigmenwechsel.

Die Dokumentation „Kein Land für Niemand” begleitet eine Rettungsmission im Mittelmeer, zeigt die
katastrophalen Zustände in Lagern für Geflüchtete und gibt Menschen eine Stimme, die den
lebensgefährlichen Weg nach Europa überlebt haben. Gleichzeitig blickt der Film auf die politische
und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland: Ein erstarkender Rechtspopulismus prägt den
Diskurs. Flucht und Migration werden zunehmend kriminalisiert, und humanitäre Hilfe gerät unter
Druck.

Deutschland gibt hier immer wieder den Takt vor und Europa zieht nach. Durch exklusive Interviews
mit Wissenschaftler*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Aktivist*innen hinterfragt
„Kein Land für Niemand“ die aktuellen Narrative über Flucht und Migration und beleuchtet die
Mechanismen, mit denen Angst und Populismus die politische Agenda bestimmen. Wie konnte es so
weit kommen? Und welche Alternativen gibt es zu einem Europa, das sich immer weiter abschottet?

Wild Relatives


Filmscreening & Artist Talk  
Wild Relatives von Jumana Manna 
Mi 22.04.2026, 20:00 mit Artist Talk
Di 22.09.2026, 18:00 nur Screening

Im Rahmen der Ausstellung Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures zeigt das Stadtkino im Künstlerhaus in Kooperation mit der Klima Biennale Wien und dem KunstHausWien den dokumentarischen Essayfilm Wild Relatives (2018) von Jumana Manna, Künstlerin der Ausstellung.

Der Film begleitet den Transfer von Saatgut zwischen dem Svalbard Global Seed Vault im norwegischen Spitzbergen und der Bekaa-Ebene im Libanon. Er erzählt davon, wie Saatgutkopien der syrischen Agrarforschungseinrichtung ICARDA, die aufgrund des Bürgerkriegs in den Libanon evakuiert werden musste, aus dem arktischen Saatguttresor entnommen, auf Felder im Libanon angepflanzt und von dort wieder nach Norwegen zurückgeführt werden – unter den Bedingungen von Krieg, Klimawandel und globalen Machtverhältnissen. Wild Relatives macht die vielschichtigen Verflechtungen ökologischer, politischer und sozialer Prozesse sichtbar und eröffnet eine poetische Reflexion über Biodiversität, Verlust und Widerständigkeit.

Im Anschluss an das Screening am 22.04.2026 findet ein Artist Talk mit der Künstlerin Jumana Manna statt, Moderation: Alena Williams. In englischer Sprache.

Jumana Manna ist eine palästinensisch-amerikanische Künstlerin und Filmemacherin. In ihren Arbeiten setzt sie sich kritisch mit extraktivistischen und neokolonialen Praktiken auseinander und untersucht Spannungsfelder zwischen Moderne und Tradition in den Bereichen Architektur, Landwirtschaft und Recht. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Jerusalem.

Alena Williams ist Professorin für Theorie und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie unterrichtet zeitgenössische Kunstgeschichte und -theorie, Film- und Medienwissenschaften sowie Medienökologien.

Wild Relatives, 68 Min., Originalfassung (Norwegisch, Arabisch und Englisch) mit englischen Untertiteln

Regulärer Ticketpreis: 10,50 €

Mit Klima Biennale Wien Festivalpass: 9 €
Mit Ausstellungsticket KunstHausWien: 9 €

Mit einem Kinoticket für das Screening von Wild Relatives erhalten Sie ein ermäßigtes Ausstellungsticket im KunstHausWien um 13 €.

Filmscreening & Artist Talk
Wild Relatives von Jumana Manna 
Wed 22.04.2026, 20:00 with Artist Talk 
Tue 22.09.2026, 18:00 only screening

As part of the exhibition Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures, Stadtkino im Künstlerhaus, in cooperation with Klima Biennale Wien and KunstHausWien, is showing the documentary essay film Wild Relatives (2018) by Jumana Manna, an artist featured in the exhibition.

The film follows the journey of seeds between the Svalbard Global Seed Vault in Spitsbergen, Norway, and the Bekaa Valley in Lebanon. It tells how seeds from the Syrian gene bank ICARDA were first stored in the Arctic seed vault after the escalation of the war and later returned to fields in Lebanon for propagation, where they are recultivated under the conditions of war, climate change, and global power relations. In this way, Wild Relatives makes visible the complex interconnections between ecological, political, and social processes and opens up a poetic reflection on biodiversity, loss, and resilience.

Following the screening on April 22nd, 2026, there will be an artist talk with Jumana Manna, moderated by Alena Williams. The talk will be held in English.

Jumana Manna is a Palestinian-American artist and filmmaker. In her work, she critically examines extractivist and neocolonial practices and explores tensions between modernity and tradition in the fields of architecture, agriculture, and law. She lives and works in Berlin and Jerusalem.

Alena Williams is a professor of theory and mediation of contemporary art in the Institute for Art Theory and Cultural Studies at the Academy of Fine Arts Vienna. She teaches courses in contemporary art history and theory; film and media studies; and the environmental humanities.

Wild Relatives, 68 min., original version (Norwegian, Arabic and English) with English subtitles

Regular ticket price: €10.50
With Klima Biennale Vienna Festival Pass: €9
With KunstHausWien exhibition ticket: €9

With a ticket for the screening of Wild Relatives, you can purchase a discounted exhibition ticket at KunstHausWien for €13.

LARP: Love, Trolls and Other Quests


Eine humorvolle Geschichte über das Erwachsenwerden, die erste Liebe, die Suche nach Akzeptanz, die eigene Identität, Teenagerträume, Ängste, und familiäre Beziehungen. Sergiusz, ein netter, guterzogener Teenager, wird von seiner Familie missverstanden und von Schulkollegen wegen seiner Leidenschaft für Fantasy und LARP (Live Action Role Playing) gemobbt. In der unglaublichen Welt der Fantasie und Abenteuer ist er ein echter Held – männlich, mutig, unbesiegbar. In der realen Welt ist das nicht unbedingt der Fall. Die Situation wird noch komplizierter, als eine neue Schülerin in seine Klasse kommt – die schöne Helena, in die er sich auf den ersten Blick verliebt.

Marlina, the Murderer in Four Acts


Ein Film wie ein Leone-Western, ein Kurosawa Samurai Epos oder eine Tarantino Rache-Geschichte: Marlina wird von einer Gangsterbande überfallen, aber beschließt sich nicht ihrem Schicksal zu fügen sondern es in die eigene Hand zu nehmen.

„Mouly Surya erzählt in ihrem dritten Spielfilm eine ebenso eigenwillige wie eindrucksvolle Rachegeschichte, die den Western aus dem Geist des antiken Dramas neu erfindet
“ – epd film

Sira


Sira kann es kaum erwarten: Die junge Fulani-Nomadin ist mit ihrer Familie auf dem Weg zu ihrem Bräutigam. Stark und selbstbewusst, mit einem muslimischen Vater, der seiner Tochter vertraut und darum ihrer Eheschließung mit ihrer Jugendliebe, dem Christen Jean Sidi, zugestimmt hat. Doch die Familie wird unterwegs von islamistischen Terroristen überfallen, die Männer werden kaltblütig erschossen. Als Sira die Angreifer für ihre Tat verflucht, wird sie gekidnappt und vergewaltigt – und allein mitten in der Wüste ihrem vermeintlich sicheren Tod ausgeliefert. Doch Sira ist voller Lebenswillen, eine Kämpferin. Sie schlägt sich durch und kann das Terroristencamp ausfindig machen. Sie versteckt sich in einer Höhle in der Nähe und harrt dort unentdeckt monatelang aus, um ihre nächsten Schritte zu planen.
Apolline Traoré siedelt ihren Film in der Sahelzone an: einem rechtlosen Kriegsgebiet, in dem die Männer regieren, die über die meisten Waffen, Pick-up-Trucks und Mobiltelefone verfügen. Die Geschichte eines packenden Überlebenskampfs, in der die weibliche Verschleierung zum Instrument der Gegenwehr wird, und eine feministische Gegenposition zur aktuellen Berichterstattung aus der Region. (Berlinale 2023)

SIRA erzählt von einer jungen Fulani-Nomadin, die sich in der Sahelzone nach einem Überfall gegen den islamistischen Terror zur Wehr setzt. Damit setzt Appoline Traoré eine starke und feministische Gegenposition zur aktuellen Berichterstattung aus der Region.

The Day I became a Woman


Ein starker Film für Frauenrechte! Drei Generationen, drei Episoden iranischer Frauen: Ein Mädchen muss »erwachsen« werden, eine Frau tritt gegen den Widerstand des männlichen Clans bei einem Fahrradrennen an und eine ältere Frau möchte sich mit ihrem eigenen Geld ihre Wünsche erfüllen.

The Asthenic Syndrome


Eine Frau verliert nach dem Tod ihres Mannes den Boden unter den Füssen: Sofortiges Versagen der Kräfte, Asthenie. Dann stellt sich heraus, dass dieser ganz in schwarzweiß gedrehte Teil ein Film im Film ist. Die Schauspielerin erscheint vor dem heruntergelassenen Vorhang, um das Publikum zu treffen, das geschlossen den Saal verlässt. Nur der Lehrer Nikolaj bleibt als einziger zurück, weil er friedlich eingeschlafen ist. Ein Bunuel’scher Ansatz: Ein Traum geht in den nächsten über, eine Asthenie in die andere. Der Tod ist auch Traum und die Erlösung von der totalen Kommunikationslosigkeit. Am Ende ist Nikolaj unfähig zu erwachen: Seinen bewusstlosen Körper verschlingt die Finsternis, der Metrotunnel, das Nichts.

Das zentrale Werk von Kult-Regisseurin Kira Muratova, die die Regisseurin von NO MERCY dazu inspirierte den Film zu machen. Gewinner des silbernen Bären bei der Berlinale ’90 und ein großartiges avantgardistische Meisterwerk des sowjetischen Kinos.

„Released in 1989, Kira Muratova’s The Asthenic Syndrome immediately became a sensation and still remains one of the most groundbreaking films of the late 1980s. An epic and shocking portrait of those turbulent times, it is also a clear manifesto of Muratova’s vision.“ – Senses of Cinema

A ma soeur/Fat Girl


Catherine Breillats Meisterwerk über die Entdeckung des eigenen Körpers und die Beziehung zweier Schwestern. Anaïs und die schöne Elena verbringen den Sommer in Italien – es entspinnt sich eine berührende und verstörend schockierende Coming-of-Age-Geschichte.

Wörter wie Skandal und Tabubruch sind der französischen Regisseurin Catherine Breillat nicht fremd. À MA SOEUR! ist einer ihrer bekanntesten und radikalsten Filme, der die ekelhaftesten Facetten des Patriarchats unverschönt darstellt. Nichts für schwache Nerven!

Wenn der Familienurlaub zum Horror wird: Anaïs und ihre ältere Schwester Elena (Anaïs Reboux & Roxane Mesquida) müssen sich ein Zimmer teilen. Die Jüngere wird in die Rolle der Beobachterin gezwungen, wenn die ebenfalls noch minderjährige Elena mit einem deutlich älteren Touristen heimlich ihre ersten sexuellen Erfahrungen macht. Nur sind diese markiert von immer größer werdenden Übergriffen seinerseits, was nur die leise Vorahnung auf eines der radikalsten Filmenden der 2000er aufkommen lässt…

DROWNED PLACES + MARIO, MARIA, MARINEL – MMM


DROWNED PLACES – Produktionsland: Slowakai
Von drei talentierten Kommilitoninnen der Fakultät für Film und Fernsehen der Akademie der darstellenden Künste (VŠMU) in Bratislava produziert, handelt es sich bei Drowned Places um eine ökologisch orientierte Fabel, welche die beeindruckende Stärke von Animationen aus diesem Teil Europas im derzeitigen Jahrzehnt unter Beweis stellt. Es erzählt die Geschichte von zwei Geschwistern, die auf einer kleinen Betoninsel leben, wo sie im Meer nach den Überresten einer untergegangenen Zivilisation fischen. Die beiden bauen ein Boot und planen, damit zu einer abgelegenen Küste zu segeln, die nur allzu verlockend am Horizont zu sehen ist. Aber die Dinge laufen nicht wie geplant, was sie zu einer schicksalhaften Entscheidung zwingt. Ein resonantes, kleines Juwel von dringender Aktualität und beträchtlichem ästhetischem Reiz. (NY)

MARIO, MARIA, MARINEL – MMM – Produktionsland: Republik Moldau
Ein Film, der ebenso unverwechselbar und einprägsam ist wie sein faszinierend ungewöhnlicher Titel: Mario, Maria, Marinel – MMM erzählt die Geschichte von Maria (Diana Decuseara-Onica), die mit ihrem Sohn Marinel (Gabriel Litcan) in einem typischen moldawischen Dorf lebt; ihr Ehemann bzw. sein Vater ist aufgrund seiner Arbeit im Ausland abwesend. Ein Tag gleicht dem anderen, bis Marias Kindheitsfreundin Felicia (Valentina Nafornita) – eine Sopranistin aus Wien – unerwartet mit ihrem Ehemann Mario (Leo Rudenco) im Schlepptau wieder auftaucht. Emotionale Konflikte sind die Folge. Eine poetische Meditation über Migration und Beziehungen, eine feinfühlige Erkundung der (manchmal schmerzhaften) Schnittpunkte zwischen unpersönlichen sozioökonomischen Kräften und individuellen menschlichen Sehnsüchten. (NY)

GEKAS + STEALING LAND


Die mit scharfer Beobachtungsgabe gedrehte Miniatur Gekas gewann mehrere Preise bei zwei Filmfestivals in ihrem Heimatland, wobei beide Events den Kameramann Giorgos Karvelas mit Preisen auszeichneten. Als Vasilis 12 Jahre alt wird, schenkt ihm sein Vater eine Waffe und einen jungen Jagdhund – einen Griechischen Laufhund („gekas” auf Griechisch) –, als Teil seines Übergangs vom Jungen zum Mann. Karvelas fängt in dieser Geschichte über Vasilis gekonnt die feucht-düstere Atmosphäre der griechischen Landschaft ein. Wie die Kritikerin Amber Wilkinson von Eye For Film feststellte: „Obwohl der Film nur 25 Minuten dauert, ist er prägnant, fesselnd und könnte, obwohl er in sich abgeschlossen wirkt, leicht die Grundlage für einen ebenso starken, längeren Spielfilm im Stil von Ken Loach bilden.“

Stealing Land ist ein vorbildliches Beispiel für Low-Budget-Filme vom Feinsten – intensiv und auf höchstem Niveau. Es handelt sich um ein klaustrophobisches Kammerspiel, in dem zwei Paare aufeinandertreffen, nachdem ein Schulhofspiel ihrer Kinder (das dem Film seinen Titel gibt) eine politisch unkorrekte Wendung nimmt. Im Laufe des Abends nehmen die Spannungen und gegenseitigen Vorwürfe rasch zu, vermittelt durch das ökonomische und humorvolle Drehbuch von Iza Strehar. Das angeblich in nur zwei Tagen gedrehte und innerhalb weniger Monate fertiggestellte Filmwerk feierte im Oktober beim jährlichen slowenischen Filmfestival in Portorož seine Premiere und stieß dort auf sehr positive Resonanz – genau wie 2016 der Film Houston, We Have a Problem! von Regisseur Žiga Virc, der dort den Hauptpreis gewann.



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