Mond


Die ehemalige Kampfsportlerin Sarah verlässt Österreich, um drei Schwestern aus einer reichen jordanischen Familie zu trainieren. Was sich nach Traum-Job anhört, nimmt bald beunruhigende Züge an: Die jungen Frauen sind von der Außenwelt abgeschottet und werden konstant überwacht. Sport scheint sie nicht zu interessieren. Was also ist der Grund, dass Sarah engagiert worden ist?

La Dolce Vita


Marcello (Marcello Mastroianni), ein römischer Klatschjournalist, ist fasziniert und geblendet vom verführerischen, jedoch sinnentleerten Lifestyle der Reichen und Schönen auf der Via Veneto. Zwischen reizvollen Frauen und charismatischen Intellektuellen lässt Marcello sich durch Rom treiben und reflektiert über sein künstlerisches Schaffen und die sich verändernde Gesellschaft, die ihn umgibt. Nach und nach entpuppt sich das von Marcello angestrebte Leben der High Society als eine Welt des Scheins und der Vergänglichkeit.

Der italienische Meisterregisseur Federico Fellini zeigt uns sieben aufeinanderfolgende Tage und Nächte im Leben von Marcello. „Das süße Leben“ ist eine schwarzweiße Allegorie auf das ewige Streben nach Glück in Form eines rhythmischen Zyklus symmetrischer Bildfolgen. Dabei zeichnet Fellini das Bild einer dekadenten Gesellschaft, die sich mit Alkohol und unverbindlichem Sex zu Tode amüsiert.

„La Dolce Vita“, so der Originaltitel, gilt als großes Meisterwerk des italienischen Films. Das Gesellschaftsportrait der römischen Schickeria am Ende der 50er-Jahre wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Goldene Palme von Cannes sowie ein Oscar für die besten Kostüme. Die Szene am Trevi-Brunnen mit Anita Ekberg gilt als eine der legendärsten Szenen der Filmgeschichte.

My Summer of Love


An einem heißen Sommertag begegnen sich im Norden Englands zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Mona (Natalie Press) kommt aus der Arbeiterklasse und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrem gottesfürchtigen Bruder Phil (Paddy Considine) zusammen über einem alten Pub. Tamsin (Emily Blunt) stammt aus gutem Hause und ist gerade wegen des schlechten Einflusses, den sie auf andere hat, von ihrem teuren Privatinternat geflogen. Schnell fühlen sich die beiden zueinander hingezogen und erleben einen aufregenden Sommer voller Leidenschaft. Doch während Monas Gefühle aufrichtig sind, ist für Tamsin alles nur ein Spiel …

Beach Rats


Frankie, ein desorientierter Teenager, verbringt einen ereignisarmen Sommer an den heruntergekommenen Stränden von Brooklyn. Er hängt mit einer Gang jugendlicher Delinquenten ab, beginnt eine Beziehung mit einer jungen Frau und verabredet sich über Chatrooms mit schwulen älteren Männern, die er dann zum Sex auf der Cruising-Meile trifft. Ein junger Mann auf der Suche nach einer Perspektive und nach seiner sexuellen Identität. Gefilmt überwiegend in körnigem 16mm, welches das Gefühl vermittelt, einen Film zu sehen, der aus der Zeit gefallen ist. Am Schluss wird die Coming-of-Age-Geschichte zum Coming Out – mit fatalen Konsequenzen.

A Bigger Splash


Remake des französischen Filmklassikers „Der Swimmingpool“ (1969) von Jacques Deray: Ein Paar sucht auf einer Mittelmeerinsel Muße und Entspannung, doch weicht die Ruhe einem gefährlichen Strudel aus Eifersucht, Leidenschaft und sexueller Besessenheit, als ein Freund mitsamt seiner erwachsenen Tochter auftaucht. Die betont unebene Neuinszenierung hebt sich durch ihren ruppigen Stilmix dezidiert von der minimalistischen Eleganz der Vorlage ab, wobei sie nicht auf David Hockneys gleichnamiges Gemälde, sondern auf die toten Flüchtlinge im Mittelmeer anspielt. Diese Wendung ins Tagespolitische beraubt den Stoff seiner abstrakten Vieldeutigkeit.

DISCO BOY


Franz Rogowski beweist in Giacomo Abbruzzeses Langfilmdebüt einmal mehr, warum er derzeit als einer der besten deutschen Schauspieler gilt. Hier gibt er Aleksei, einen jungen Belarussen, der sich auf spektakuläre Weise nach Frankreich durchschlägt, um sich dort der Fremdenlegion anzuschließen. In einem Paralleluniversum ist Jomo ein Guerillakämpfer, der zusammen mit seiner Schwester Udoka eine aufständische paramilitärische Gruppe im Nigerdelta anführt. Abbruzzese verwebt die Schicksale seiner charismatischen Hauptfiguren in einer metaphysischen Ménage à trois, zu der der Elektromusiker Vitalic einen pulsierenden Score beisteuert und die Kamera von Hélène Louvart starke Bilder voller Poesie und Spannung findet. (Pamela Jahn)

My Favourite Cake


Die 70-jährige Mahin lebt seit dem Tod ihres Mannes und der Emigration ihrer Tochter allein in ihrem Haus in Teheran. Die Tage ziehen ereignislos ins Land. Es riecht nach Einsamkeit. Ab und zu lädt sie Freund*innen ein, beim Nachmittagstee entspinnt sich die Idee, es doch noch einmal mit einem Mann zu versuchen. Für Mahin als kurz entschlossene Frau ist gesagt getan, sie begibt sich sofort auf die Suche. Nach einigen Irrungen in einem Park, in dem ihr unter anderem auch die Sittenpolizei über den Weg läuft, begegnet sie tatsächlich einem Mann, der ihr sehr, sehr, sehr gut gefällt. So setzt sie einiges aufs Spiel, um ihn zu erobern…

Unverkennbar getragen von den Slogans der zeitgenössischen Frauenbefreiungsbewegung des Landes setzt MY FAVOURITE CAKE der Großmüttergeneration im Iran ein Denkmal. Nicht zuletzt dank der umwerfenden Performance von Lily Farhadpour als Mahin lernen wir in Ansätzen zu verstehen, wie es sich anfühlen mag, als freiheitsliebende Frau im Iran durch die vielen gesellschaftlichen Sperrgebiete zu navigieren, die das dortige System für Frauen eingerichtet hat.

Vista Mare


In strenger Formation. Noch werden die letzten Vorbereitungen getroffen, bevor die Sehnsuchtsmaschine temporär auf Vollbetrieb schaltet. Über eine gesamte Saison hinweg rückt VISTA MARE die versteckten Arbeitsprozesse hinter dem good life der nordadriatischen Tourismuszentren in den Fokus. Das was notwendig ist, damit dem „italienischen Lebensgefühl“ ungestört gefrönt werden kann. Zu herrlich entrückten Soundscapes entfaltet sich ein poetisches Urlaubs-Diorama, eine fast surreal anmutende dokumentarische Observation, die Verklärung entlarvt, ohne zu entzaubern. Und es hallt leise „Coco bello!“

Elefant


Der 22-jährige Bartek führt einen kleinen Bauernhof in den polnischen Bergen. Seit sich sein Vater aus dem Staub gemacht hat, ist er das Familienoberhaupt und muss für seine Mutter da sein. Frei fühlt er sich nur, wenn er Zeit mit seinen geliebten Pferden verbringen kann. Doch als eines Tages der lange verschollene Nachbarssohn Dawid ins Dorf zurückkommt, gerät Barteks von Pflichterfüllung geprägter Alltag durcheinander. Er muss sich entscheiden: zwischen einem Leben für die Familie und seinen immer stärker werdenden Gefühlen für Dawid.

Inspiriert von Filmen wie „God’s Own Country“ und „Brokeback Mountain“ erzählt „Elefant“ von der ersten Liebe und Selbstwerdung eines jungen schwulen Mannes inmitten einer rauen, aber atemberaubend schönen Landschaft. Regisseur Kamil Krawczycki hat den Film an Originalschauplätzen in seiner Heimat am Fuße des Tatra-Gebirges gedreht. Ein leidenschaftlicher Film, der Mut und Hoffnung macht.

VIKA!


Die 84-jährige DJ Vika ist der Star der Warschauer Nachtclubs. Charismatisch und farbenfroh weigert sie sich, alt zu werden. Aber kann das ewig so weitergehen? Wenn sie auf ihr Leben zurückblickt, ist da ein vernünftiger Job, ihre Kinder und eine schwierige Kindheit. Gelebt hat sie nie nur für sich. Diese Zeit kam erst nach der Pensionierung, als sie sich plötzlich ganz neu erfindet und nur Dinge tut, die sie begeistern. Sie weigert sich, sich den Erwartungen anderer anzupassen und in eine Rolle zu schlüpfen, die ihr nicht gerecht wird. Das erste Mal in ihrem Leben lebt sie nur für sich.

In Kooperation mit dem Crossing Europe Film Festival.

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