Als Hausfrau und Mutter fühlt sich Rachel nicht ausgelastet und trauert verpassten Karrierechancen hinterher. Als dann auch noch das Sexleben mit Ehemann Jeff einzuschlafen droht, gönnt sie sich auf Anraten einer Freundin ein Abenteuer und besucht einen Stripclub. Dort macht sie die Bekanntschaft der jungen Tänzerin McKenna, mit der sie sich in der Folge so gut anfreundet, dass sie das Mädchen als Babysitterin in ihrem Haus wohnen lässt. McKenna aber bringt frischen Wind in Rachels vorhersehbaren Alltag, was sich auch auf die Beziehung zu Jeff auswirkt.
Joey Soloways Regiedebüt ist ein Comedy-Drama über eine Hausfrau, die versucht ihr Liebesleben aufzumöbeln und mit ihrem Mann in einen Strip Club geht. Nach einem private dance einer Tänzerin ist alles anders…
Unsichtbare Gegner
Unsichtbare Gegner ist ein psychischer Science Fiction Film […] Anna, von Beruf Fotografin und Video-Reporterin, erwacht eines Morgens und hört im Radio die Warnung, dass unsichtbare fremde Mächte im Begriff sind, die Erde in Besitz zu nehmen, indem sie die Form von Menschen annehmen und dann deren Bewusstsein verändern.
Mehr und mehr haben sich in mir der Gedanke und der Wunsch gefestigt, die sozialen Strukturen (Starkstrom) und Normen (Verstümmelungen) des Lebens, diese unsichtbaren Gegner, den Zwang des Sinns, in eine Metanoia von kinematographischen Bildern zu formen … Manieristische Gebärden und Gesten einer abweichenden und abbröckelnden Identität, wenn ein Mensch deren Zwangsstrukturen und beschädigenden Formen der Kommunikation entkommen will. Weibliche Körpersprache, die beim Erkennen der Botschaft das Rollenverhalten verweigert: bleiplattig zwingt die Angst, mit der Haut an Telefon-Glaswänden abzurutschen. (Valie Export, 1976)
4.0.4
War Paint – Women at War
Margy Kinmonths Dokumentarfilm beleuchtet (mit ua in Wien gedrehten Sequenzen) die bahnbrechende Rolle von Künstler*innen, die sich in ihrer Kunst mit Krieg und ihren Erfahrungen an den Fronten rund um der Welt ausdrücken. Dabei vertreten sie durch ihre Kunst die weibliche Perspektive auf Konflikte. Der Film stellt die Frage: Was sehen Frauen in Lebens- und Todssituationen, was Männer nicht sehen?
Kultur bricht Tabus, überschreitet Grenzen – und zeigt die Wahrheit. Zu den vorgestellten Künstlern gehören Dame Rachel Whiteread, Zhanna Kadyrova, Maggi Hambling, Assil Diab, Dame Laura Knight, Marcelle Hanselaar, Cornelia Parker, Maya Lin, Shirin Neshat und Lee Miller. Die ausschließlich weibliche Besetzung macht diesen Film zu einem einzigartigen Projekt, das in turbulenten Zeiten wichtige Wahrheiten vermittelt. “A bold new film celebrates the unsung artists of the front line – and about time…” – Sunday Times
★★★★★ „extraordinary panorama of witness and exploration“ – Jeremy Clarke ★★★★ „urgent, insightful and incredibly poignant“ – FILMHOUNDS ★★★★ „Kinmonth is a highly intelligent and inquiring guide […] An absorbing, provocative and transporting documentary“ – METRO
The Loneliest Man in Town
Die Welt des Bluesmusikers Al Cook bricht langsam zusammen, doch inmitten der Trümmer taucht plötzlich ein längst vergessener Traum wieder auf.
Der Musiker Al Cook lebt alleine in seiner Altbauwohnung und einem kleinen Kellerstudio, umgeben von Erinnerungen: Bücher, Videokassetten und Schallplatten zeugen von einem einst erfüllten Leben. Hier scheint die Zeit still zu stehen, während sich draußen die Welt weiter dreht. Der Blues, die Musik, die ihm alles bedeutet, gerät langsam in Vergessenheit. Seine Heimatstadt fühlt sich nicht mehr wie ein Zuhause an und der Verlust seiner geliebten Frau Silvia lastet schwer auf ihm. Als eine skrupellose Immobilienfirma sein Haus abreißen will, stellt sich die Frage: Wie lebt man weiter, wenn der Raum für die Erinnerungen verloren geht? Gezwungen, alles Vertraute hinter sich zu lassen, wagt er einen radikalen Neuanfang.
Freies Kino: „In der einen Hand die Sonne, in der anderen den Mond“
ein Kunstfilmprojekt über Linde Waber
von Patricia Marchart, Georg Sabransky und Bernadette Stummer
Freies Kino 13. Jänner 2026, 20:00 Freier Eintritt, Zählkarten an der Abendkassa
Das Werk von Linde Waber ist pures Leben. Der Film ist eine Annäherung an eine Künstlerin, ihre Weggefährten und ihr Material. “Es ist ein einfühlsamer Film entstanden, der Linde Waber in ihrem Wesen porträtiert und spürbar macht, was sie als Künstlerin und Mensch ausmacht. Linde und ihre Freunde, Linde und ihre Kunst, es fliegt inhaltlich, mal ruhig und informativ, mal in schnellen Schnitten zum neuen Gedanken.“ (Angelica Bäumer).
Mit Linde Waber, Friederike Mayröcker, Franzobel, Robert Schneider, Angelica Bäumer, Bodo Hell, Getraud Klemm, Uschi Schreiber, Peter Pongratz, Markus Kupferblum, Evi Polsterer, Jaqueline Scheiber, Gunter Breckner, Thomas Duttenhoefer, Günther Oberhollenzer, Lotte Ingrisch, Faek Rasul, Bernadette Stummer, Heinrich Heuer, Benedikt Mairwöger, Erzsebet Saar, Julia Bugram, Sarah Mang, Hartwig Knack, Paul Platz, Oliver Bentz, Michael Baiculescu, Heinz Angerlehner, Eveline Tilley, Erika Oshiga, Philip Szikszay, Anna Szikszay und den Enkelkindern Valerie, Clara, Louis und Theo.
Idee und Künstlerische Beratung: Bernadette Stummer
Musik: Renald Deppe, Wolfgang Seierl, Veronika Humpel, Davide Zavatti
Kooperationspartner: Aktionsradius Wien / Uschi Schreiber und Varietetheater
Dieser Film wurde vom Land Niederösterreich gefördert
In Portland, Oregon – einer Bastion der US-Gegenkultur –, bereitet die Bildhauerin Lizzy ihre Soloausstellung vor. Dabei lässt sie sich von den Widrigkeiten des Lebens ablenken: von ihrem psychisch kranken Bruder, ihrem schrulligen Vater, einer egoistisch-nachlässigen Vermieterin und Künstlerkollegin sowie einer verletzten Taube. In der Rolle der wortkargen Lizzy zeigt Reichardts Stammschauspielerin Michelle Williams eine ganz neue komische Seite ihres Talents.“ (Jonathan Romney)
„A hand-crafted wonder…a beautifully acted, expertly modulated film…Overflowing with gentle humor and heart.“ – The Hollywood Reporter
Certain Women
Das Leben von vier sehr unterschiedlichen Frauen kreuzt sich in einer kleinen Stadt in Montana. Eine erschöpfte Anwältin führt eine leidenschaftslose Affäre, ein Ehepaar beschließt, eine Wochenendhütte zu bauen, merkt jedoch, dass ihre Ehe zerbricht, und Beth, eine junge Anwältin, fährt vier Stunden hin und zurück, um einen Erwachsenenbildungskurs über einen banalen Aspekt des Rechts zu unterrichten. Die einsame Rancherin Jamie verliebt sich in Beth und erhofft sich das große Liebesglück…
„Die wunderbare Laura Dern, die subtile Michelle Williams, die stille Kristen Stewart und die vielleicht berührendste unter ihnen, die eigensinnige Lily Gladstone, machen CERTAIN WOMEN zu einem herausragenden Kinoereignis.“ – Viennale
„einmalig subtil und genau.“ – Der Spiegel
ANOTHER BODY
ANOTHER BODY: Die österreichische Kino-Premiere des preisgekrönten Deepfake-Dokumentarfilms!
Deepfakes sind nicht der Papst in Balenciaga, sondern zu 90% Pornos von Frauen – veröffentlicht gegen ihren Willen. In der international prämierten Dokumentation ANOTHER BODY kämpft eine junge Frau für digitale Gerechtigkeit im Zeitalter der Tech-Bros.
Als die amerikanische Studentin Taylor gefälschte Pornografie samt Namen und Studienort von sich im Internet entdeckt, beginnt für sie eine nervenaufreibende Suche nach Antworten. Doch ihre digitale Verletzung stellt gesetzlich kein Verbrechen dar. Taylor nimmt die Sache selbst in die Hand und taucht kopfüber in eine explodierende Online-Kultur ein, in der die Zustimmung von Frauen massenhaft missachtet wird.
Zugleich macht sich der Film diese Deepfake-Technologie auf einzigartige Weise zunutze: Das Gesicht der echten Protagonistin wird durch das Gesicht einer Schauspielerin ersetzt, sodass sie und andere Betroffene anonym bleiben.
Ein erschütterndes Plädoyer für digitale Selbstbestimmung und ein filmisches SUCK IT gegen Grenzüberschreitungen im Netz.
Regie: Sophie Compton & Reuben Hamlyn Moderation: Rosanna Marie Pondorf & Mareike Schwarz
In Kooperation mit der Gruppenausstellung SUCK MY CODE! (Exhibit Galerie, Akademie der bildenden Künste Wien, 6.11.2025–8.2.2026)“
ANOTHER BODY: The Austrian cinema premiere of the award-winning deepfake documentary!
Deepfakes aren’t the Pope in Balenciaga, but 90% pornography of women – published against their will. In the internationally acclaimed documentary ANOTHER BODY, a young woman fights for digital justice in the age of tech bros.
When American student Taylor discovers fake pornography of herself online, complete with her name and university location, a nerve-wracking search for answers begins. But her digital violation doesn’t constitute a crime under the law. Taylor takes matters into her own hands and dives headfirst into an exploding online culture where women’s consent is massively disregarded.
At the same time, the film makes unique use of this deepfake technology: The face of the real protagonist is replaced with an actress’s face, so that she and other victims remain anonymous.
A shattering plea for digital self-determination and a cinematic SUCK IT against boundary violations online.
Directors: Sophie Compton & Reuben Hamlyn
Moderation: Rosanna Marie Pondorf & Mareike Schwarz
In cooperation with the group exhibition SUCK MY CODE! (Exhibit Gallery, Academy of Fine Arts Vienna, 6.11.2025–8.2.2026)“
Nebelkind – The End of Silence
Auf den Spuren eines entlaufenen Wolfes begibt sich die Wolfshüterin Hannah nur widerwillig in das tschechische Heimatdorf ihrer Großmutter, nahe der österreichischen Grenze. Hier lebt Hannahs Mutter, die sich mit der versuchten Aufarbeitung der traumatischen Familiengeschichte keine Freunde im Dorf gemacht hat. Auch Hannah kann sich der tabuisierten Vergangenheit nicht länger entziehen. Es wird Zeit, das Schweigen zu durchbrechen.
Lichter
Ingo versucht mit allen Mitteln, seinen maroden Matratzenladen zu retten. Philip, der junge Architekt aus dem Westen, will die Beziehung zu seiner polnischen Freundin wieder aufnehmen. Antoni, der polnische Taxifahrer, bemüht sich verzweifelt, Geld für das Kommunionkleid seiner Tochter aufzutreiben. Die ukrainische Flüchtlingsfamilie, die er gegen ein kleines Entgelt bei sich aufnimmt, wird von einem Schlepper betrogen. Auch Sonja, die deutsche Dolmetscherin, will einen Ukrainer in den Westen bringen. Diese und viele andere Geschichten erzählt Hans-Christian Schmid in seinem Film „Lichter“, der links und rechts der Oder spielt, in Frankfurt und dem polnischen Slubice.
Einige dieser Schicksale kreuzen sich, andere stehen für sich selbst. Schmid montiert die Episoden ineinander, nimmt Handlungsfäden auf, um sie lose zu verknüpfen oder einfach fallen zu lassen. Keine der Geschichten findet ein auch nur in Ansätzen versöhnliches Ende, sie bleiben so offen wie die Biografien der Personen, von denen sie berichten, und so unabgeschlossen wie die zeitgeschichtliche Entwicklung, in die sie eingebettet sind.
Regisseur Schmid gelingt es, eine politische Umbruchsituation mit den existenziellen Nöten und Erfahrungen einzelner Menschen zu verweben – ohne diese Schicksale zu bloßen Exempeln eines historischen Augenblicks zu degradieren. Der Film reflektiert auf eine kunstvoll unspektakuläre Weise die Alltäglichkeit einer Ausnahmesituation – in einer Region, durch die sich nicht nur eine politische und ökonomische, sondern auch eine kulturelle und, vor allem, eine psychologische Grenze zieht. „Lichter“ erzählt von der prägenden Kraft, die diese Barriere zwischen West- und Osteuropa für jeden Einzelnen besitzt – auf der einen wie auf der anderen Seite.