Beau Travail


Eine vergessene Einheit der Fremdenlegion, zurückgelassen irgendwo im Golf von Djibouti. Die Überreste einer geisterhaften bewaffneten Einheit, die Krieg spielt und Straßen repariert. Der ehemalige Offizier Galoup erinnert sich an die guten Zeiten und das geordnete Leben, und Die Liebe zu einem Vorgesetzten, den er nicht mit einem jungen Legionär teilen wollte.

BUENA VISTA SOCIAL CLUB


»Ich dachte, ich drehe einen Dokumentarfilm, dabei waren wir dabei, einem Märchen beizuwohnen, das sich niemand so hätte ausdenken können.« Wim Wendersbegleitet die Musiker des BUENA VISTA SOCIAL CLUB auf ihrem Weg aus der Vergessenheit hin zum Weltruhm: eine Liebeserklärung an die Musik und das Lebensgefühl, das sich seither auf Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt übertragen hat – und als bester Dokumentarfilm oscarnominiert wurde.“

Filmarchiv Austria

Rosetta


Die 18-jährige Rosetta (Emilie Dequenne) ringt wütend und verzweifelt um ihre Würde und ein ganz normales Leben. Sie wohnt mit ihrer alkoholkranken Mutter in einem Wohnwagen und zieht jeden Tag aufs neue in den Kampf: Sie muss Arbeit finden, um zu verhindern, dass ihre gesamte Existenz zerfällt. Rosetta legt ein irrsinniges Tempo vor, und die Handkamera hetzt ihr atemlos hinterher, um ihr nahe zu kommen. Doch Rosetta, die Kriegerin, bleibt verschlossen – und gnadenlos mit anderen und sich selbst.

Arsenal Berlin

L’enfant


Mit Betteln, Stehlen und Hehlerei schlägt sich Bruno (Jérémie Renier), ein jugendlicher Außenseiter durch – den ökonomischen Kreislauf hat er in einer Weise internalisiert, dass er seinen neugeborenen Sohn zu Geld macht und verkauft – schließlich kann man ja sofort ein neues Kind machen. Doch die Dardennes sind weder an einer moralischen Verurteilung noch an einer Anklage des Jungen interessiert, sondern heften sich mit der Handkamera an seine Fersen, protokollieren seine Ruhelosigkeit und die Flucht vor der Übernahme von Verantwortung, die seine erschütterte Freundin von ihm fordert. Das Erwachen eines moralischen Bewusstseins braucht jedoch seine Zeit.

Arsenal Berlin

Le silence de Lorna


Die Albanerin Lorna geht mit dem Junkie Claudy (Jérémie Renier) eine Scheinehe ein, um die belgische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Das kommerzielle Kalkül dahinter ist, mit dem neuen Pass Geld zu machen, durch die Heirat mit einem reichen Russen, der für die Papiere und die damit verbundene Einbürgerung viel Geld bezahlt. Da eine Scheidung von Claudy zu lange dauern würde, soll er nach dem Willen ihres Mittelsmanns aus der Welt geschafft werden. Doch Lorna entschließt sich, ihr Opfer zu retten. Ein zeitgenössischer Stoff um Menschenhandel und Mafia, eine Kriminalgeschichte mit Suspense und zu guter Letzt auch ein Märchen.

Arsenal Berlin

En liten Julsaga


Ina hat in der überfüllten Metrostation ihren über alles geliebten Teddy Noonoo verloren! Das kleine Mädchen ist verzweifelt. Es will seinen Noonoo wieder haben, doch der Bär ist aus Versehen in einem großen Postsack gelandet und befindet sich nun auf einer aufregenden Reise durch das ganze Land, die ihn fast bis zum Nordpol führt. Noonoo gerät in einen Schneesturm und wird schließlich sogar in den Müll geworfen. Wie soll der Teddy da jemals nach Hause finden?

Die entzückende Lisa Malmborg als Ina und ihr kleiner Teddy Noonoo verleihen der Verfilmung eines populären schwedischen Weihnachtsmärchens einen umwerfenden Charme.

STICHWORTE: Literaturverfilmung, Mut, Freundschaft, Verantwortung, Abenteuer

empfohlen ab 4 Jahren

Kinderkinowelten

The Dixie Chicks: Shut Up & Sing


Eine Bush-kritische Bemerkung der Countrysängerin Natalie Maines während eines Londoner Konzerts löste in den USA eine republikanische Hetzkampagne gegen die Frauen-Band aus.

Im März 2003, am Vorabend der US-Invasion im Irak, macht die Leadsängerin der „Dixie Chicks“ Nathalie Maines bei einem Konzert in London die beiläufige Bemerkung: „Wir schämen uns dafür, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stammt.“ Von einem Tag auf den anderen sehen sich die singenden Sweethearts politischen Hetzkampagnen, knallharten Morddrohungen und massiven Boykottaktionen der Radiosender ausgesetzt. Sie geraten in einen Strudel, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt: Man brandmarkt sie als „Verräterinnen“, „Saddams Engel“ und „antiamerikanische Schlampen“; ihre CDs landen im Rahmen von öffentlichen Vernichtungsfeldzügen in den Mülltonnen oder werden von Bulldozern niedergewalzt.

Uncut.at

Malina


Das ist schon eine eigenartige Konstellation: Da ist Ingeborg Bachmanns (einziger) Roman, ein trotziges Dokument zur Absurdität der Weiblichkeit in unserer Welt, dargestellt in einem langen, quälenden Prozess der buchstäblich entflammenden Folge von Tod und Wiedergeburt bis zur endgültigen Selbstauflösung. Da ist Elfriede Jelineks Drehbuch: «Ich glaube, dass Frauen Kunstproduktion buchstäblich mit ihrem Leben bezahlen.» Und da ist Werner Schroeter, eines der bizarreren Talente des deutschen Films, ein unbescheidener Inszenator von Emotionsopern, Passionsgeschichten von Menschen, die scheitern, wenn sie ihr Recht auf Leben über das Todesmaß des «Normalen» einfordern. Aus ihrem Zusammentreffen ist ein Film für die Schauspielerin Isabelle Huppert entstanden, bei deren Präsenz der ehrfürchtige Schauer noch die hinterste Kinoreihe erreicht. Malina ist ein erstaunlich disziplinierter Film geworden. Die Frau – sie hat wie im Roman auch im Film keinen Namen – ist Schriftstellerin. Sie lebt in Wien mit einem Mann namens Malina zusammen, der ihr Halt und Alltagsvernunft gibt. Eines Tages trifft die Frau auf Ivan und stürzt in eine maßlose, ausschließliche Liebe, an der sie nur zerbrechen kann. Während sie immer deutlicher erfährt, dass der Mann solche radikalen Gefühle nicht erwidern kann, wird sie immer mehr Gefangene ihrer Träume und ihrer Wohnung in Wien, in der sie ständig Briefe und Manuskripte in Flammen setzt. Am Ende ist Malina nicht mehr ihr Beschützer, sondern vielleicht ihr Mörder. Schroeters Kamera (geführt von der bewundernswerten Elfi Mikesch) richtet sich unnachsichtig auf das Verfallen eines menschlichen Wesens, das durch einen absoluten Anspruch des Gefühls auf eine ebenso absolute Einsamkeit zurückgeworfen wird. Sie solle lernen, das Leben wie ein Spiel zu nehmen, rät ihr Ivan. Sie solle Ivan töten, meint Malina. Beides ist für die Frau undenkbar. Ihr bleibt bloß ein Verschwinden, das nur der Tod sein kann. Vermutlich konnte nur Isabelle Huppert dieser Kamera und dieser Geschichte standhalten.

Georg Seeßlen, Viennale

La cérémonie


„Isabelle Huppert wurde von Claude Chabrol selbst als seine Lieblingsdarstellerin bezeichnet. Mit ihr drehte er 1995 den Psychothriller Biester (La cérémonie) – eine grausige Geschichte über Sozialneid und Schamgefühle, die in mörderischen Impulsen gipfeln.“ (Süddeutsche Zeitung)

Eine Bürgerfamilie sucht ein Hausmädchen für den Landsitz. Die ausgewählte Frau erweist sich als pflichtbewusst, wenn auch verstockt. Sie hat ein Geheimnis zu verbergen. Das Verhältnis zur glücklichen Familie wird zusätzlich belastet, als sich das Hausmädchen mit einer aufrührerischen Postbeamtin aus dem Ort anfreundet, die ihren Zorn auf das als repressiv empfundene, kulturbeflissene gutbürgerliche Leben anstachelt. Während die Salzburger Festspiele im Fernsehen laufen, explodiert der aufgestaute Klassenhass. Eines von Chabrols absoluten Meisterwerken, ein mit astronomischer Genauigkeit und traumgleicher Unabänderlichkeit voranschreitender psychologischer Thriller, an dessen Ecken surrealer Humor mit Echos von Buñuel lauert. Claude Chabrol: „Ich habe Industrielle sagen hören, dass der Klassenkampf vorbei ist. Aber es steht ihnen wirklich nicht zu, das zu entscheiden.“

C.H., Österreichisches Filmmuseum

La dentellière


Mit Die Spitzenklöpplerin gelang der damals 24-jährigen Isabelle Huppert der internationale Durchbruch, in der Rolle des Lehrmädchens Pomme. Als Vorlage zu Claude Gorettas erstem Langspielfilm diente Pascal Lainés gleichnamiger Roman.Die schüchterne Friseuse Béatrice reist mit ihrer Kollegin Marylène ans Meer. Während ihre lebenslustige Freundin sich mit einem neuen Liebhaber aus dem Staub macht, trifft die zurückgelassene Béatrice in einem Café auf den Studenten François. Eine zaghafte Liebe beginnt und zurück in Paris zieht Béatrice bei François ein. Während sie sich der jungen Liebe hingibt, drängt er sie dazu, sich beruflich und gesellschaftlich weiterzuentwickeln. Doch Béatrice bleibt ihrer sprachlosen Passivität treu und selbst als sich François schließlich von ihr trennt, scheint sie ihr Schicksal stillschweigend und ohne jeglichen Widerstand zu akzeptieren.

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