Absolute Giganten


Die drei Hamburger Jungs Floyd, Ricco und Walter sind dicke Freunde. Walter ist Lackierer in einer abenteuerlichen Hinterhofwerkstatt, Ricco hält sich für einen großen Rapper und jobbt in einem Schnellimbiss. Für Floyd beginnt ein neuer Lebensabschnitt: nachdem er eine Bewährungsstrafe abgebüßt hat, kann er auf einem Containerschiff anheuern. Wahrscheinlich aus Angst vor der Reaktion seiner Freunde teilt er diesen seine Entscheidung erst einen Tag vorher mit. Nach anfänglicher Niedergeschlagenheit genießen die drei noch einmal richtig ihren letzten Abend in der Hafenstadt Hamburg. Dabei erleben sie sowohl lustige als auch traurige und dramatische Geschichten, die die Freundschaft der drei und die Melancholie des Abschieds einfangen.

Das neue Evangelium


Was würde Jesus im 21. Jahrhundert predigen? Wer wären seine Jünger? Regisseur Milo Rau (DAS KONGO TRIBUNAL) kehrt in der süditalienischen Stadt Matera zu den Ursprüngen des Evangeliums zurück und inszeniert es als Passionsspiel einer Gesellschaft, die geprägt ist von Unrecht und Ungleichheit. Gemeinsam mit dem Politaktivisten Yvan Sagnet, der Jesus verkörpert, erschafft Rau eine zutiefst biblische Geschichte. Nach Jesus‘ Vorbild kehrt Yvan als „Menschenfischer“ in das größte der Flüchtlingslager bei Matera zurück. Unter den dort Gestrandeten, findet er seine „Jünger“. Verzweifelte, die über das Mittelmeer nach Europa gekommen sind, um auf den Tomatenfeldern Süditaliens versklavt zu werden und dort unter unmenschlichen Bedingungen in regelrechten Ghettos hausen – allein in Italien sind das mehr als 500.000 Menschen. Gemeinsam mit ansässigen Kleinbäuerinnen und -bauern begründen sie die „Revolte der Würde“ („The Revolt of Dignity“), eine politische Kampagne, die für die Rechte von Migrantinnen und Migranten kämpft.

Gleichzeitig besetzt Milo Rau weitere Rollen mit Schauspielern und Schauspielerinnen aus den Filmen von Pier Paolo Pasolini und Mel Gibson: So ist Enrique Irazoqui, der jüngst verstorbene Jesus-Darsteller Pasolinis, in seiner letzten Filmrolle zu sehen. Als Johannes der Täufer übergibt er mit der Taufe gleichsam den Staffelstab der Jesus-Rolle an Yvan Sagnet. Maia Morgenstern spielt – wie auch bei Mel Gibson – die Mutter des Messias. Und der von der Kritik gefeierte und in Cannes 2018 als bester Schauspieler ausgezeichnete Marcello Fonte spielt Pontius Pilatus. DOP Thomas Eirich-Schneider sind die ikonographisch starken Blickwinkel und eindrucksvollen Bilder zu verdanken, die von der gefühlvollen Musik und Off-Stimme von Vinicio Capossela umspielt werden.

DAS NEUE EVANGELIUM ist ein filmisches Meisterwerk zwischen Dokumentarfilm, Spielfilm und politischer Aktionskunst. Popstar der Kultur- und Theaterszene Milo Rau inszeniert mit Flüchtlingsaktivist Yvan Sagnet eine moderne Geschichte eines Schwarzen Jesus mit radikal aktuellen Bezügen.

Elefant


Der 22-jährige Bartek führt einen kleinen Bauernhof in den polnischen Bergen. Seit sich sein Vater aus dem Staub gemacht hat, ist er das Familienoberhaupt und muss für seine Mutter da sein. Frei fühlt er sich nur, wenn er Zeit mit seinen geliebten Pferden verbringen kann. Doch als eines Tages der lange verschollene Nachbarssohn Dawid ins Dorf zurückkommt, gerät Barteks von Pflichterfüllung geprägter Alltag durcheinander. Er muss sich entscheiden: zwischen einem Leben für die Familie und seinen immer stärker werdenden Gefühlen für Dawid.

Inspiriert von Filmen wie „God’s Own Country“ und „Brokeback Mountain“ erzählt „Elefant“ von der ersten Liebe und Selbstwerdung eines jungen schwulen Mannes inmitten einer rauen, aber atemberaubend schönen Landschaft. Regisseur Kamil Krawczycki hat den Film an Originalschauplätzen in seiner Heimat am Fuße des Tatra-Gebirges gedreht. Ein leidenschaftlicher Film, der Mut und Hoffnung macht.

Feast of Fire


Zwei Schwestern kämpfen mit ihren Körpern. Die eine lotet die Fähigkeiten ihres Körpers aus und geht ständig an ihre Grenzen, für die andere ist ihr Körper ein Gefängnis. Die eine glaubt, dass das Ballett sie vor ihren Erinnerungen retten wird. Die andere beobachtet die Welt vom Balkon aus so aufmerksam, dass sie mehr sieht und hört als alle anderen. Der Vater flieht an den einzigen Ort, an dem er das Gefühl hat, wirklich am Leben zu sein. Jeder von ihnen zähmt auf eigene Art und Weise die Vergangenheit und die Gegenwart. Der Film ist eine Adaption des Romans von Jakub Małecki.

VIKA!


Die 84-jährige DJ Vika ist der Star der Warschauer Nachtclubs. Charismatisch und farbenfroh weigert sie sich, alt zu werden. Aber kann das ewig so weitergehen? Wenn sie auf ihr Leben zurückblickt, ist da ein vernünftiger Job, ihre Kinder und eine schwierige Kindheit. Gelebt hat sie nie nur für sich. Diese Zeit kam erst nach der Pensionierung, als sie sich plötzlich ganz neu erfindet und nur Dinge tut, die sie begeistern. Sie weigert sich, sich den Erwartungen anderer anzupassen und in eine Rolle zu schlüpfen, die ihr nicht gerecht wird. Das erste Mal in ihrem Leben lebt sie nur für sich.

In Kooperation mit dem Crossing Europe Film Festival.

Bread and Salt


Tymek, ein angehender Pianist aus Warschau, kehrt über die Ferien in seine Heimatstadt zurück, einen kleinen Ort in der polnischen Provinz. Gemeinsam mit seinem Bruder und dessen FreundInnen verbringt der junge Student viel Zeit in einem Kebabladen, der Treffpunkt der dortigen Jugend ist. Doch geraten die Einheimischen immer öfter mit den Angestellten aneinander. Latenter Rassismus befeuert den schwelenden Konflikt, bis die Situation letztendlich eskaliert. (Ania Gleich, Crossing Europe)

The Peasants


Das animierte Filmdrama von DK und Hugh Welchman basiert auf dem Roman „Die Bauern“ des polnischen Literaturnobelpreisträgers Władysław Stanisław Reymont. Der Film spielt Ende des 19. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte des Bauernmädchens Jagna, die gezwungen wird, einen viel älteren, aber dafür wohlhabenden Bauern zu heiraten, obwohl sie eigentlich dessen Sohn liebt. Der Film wurde in derselben aufwändigen Animationstechnik, einer Mischung aus Animation und handgefertigten Ölbildern, hergestellt wie „Loving Vincent“ und wurde von Polen als Beitrag für die Oscar-Verleihung 2024 als Bester internationaler Film eingereicht.

La Bête


In einer nahen Zukunft, in der künstliche Intelligenz herrscht, sind die menschlichen Emotionen zu einer Bedrohung geworden. Um sie loszuwerden, muss Gabrielle (Léa Seydoux) ihre DNA reinigen, indem sie sich in ihre früheren Leben zurückversetzt. Dort trifft sie Louis (George MacKay) und fühlt sich mit ihm verbunden, als ob sie ihn schon immer gekannt hätte. Doch eine Angst überkommt sie, die Ahnung, dass sich eine Katastrophe anbahnt.

Kino für die Kleinsten: Filmtricks


Kino für die Kleinsten bringt Filmprogramme für Kinder ab 3 Jahren und ihre Familien, begleitet von einem*einer Filmvermittler*in. 
 
Schon in den allerersten Jahren des Films ist entdeckt worden: Film eignet sich nicht nur dafür, die Wirklichkeit festzuhalten, sondern auch für Zaubertricks. Im frühen Kino haben Filmemacher*innen die kreativsten Methoden entwickelt, um Illusionen zu erschaffen. Dinge und Personen konnten in Sekundenschnelle auftauchen und ebenso plötzlich wieder verschwinden. Sie konnten die Farbe wechseln, die Größe verändern, zerplatzen, einfrieren, und und und… Bis heute werden diese Filmtricks verwendet und viele Leute tüfteln nach wie vor daran, mit ihnen die schönsten Effekte zu erzeugen. In diesem Programm schauen wir uns ein paar dieser Tricks an und überlegen gemeinsam: Wie ist das wohl gemacht worden? (Stefan Huber)

Programm:
Der Mann mit dem Gummikopf
Georges Méliès 1901, sw, stumm, 2min

Hugo
Martin Scorsese 2011, Farbe, Ton, 2min

Fadenspiele
Ute & Detel Aurand 2003, Farbe, Ton, 4min

Farbversuchsprogramm
Stefanie Weberhofer 2022, Farbe, Ton, 5min

Die Reise durch das Unmögliche
Georges Méliès 1904, handkoloriert, stumm, 10min



Kino für die Kleinsten: Wer zwitschert denn da?


Ins Kino gehen wir meistens, weil wir etwas sehen möchten. Doch dieses Mal hat ein anderer Sinn Vorrang: Was gibt es hier alles zu hören? Mit kleinen Lauschaufgaben nähern wir uns den Filmen an und warten gespannt darauf, welche Bilder zu den Geräuschen und zur Musik gefunden wurden. Vom kleinen Piepmatz bis zur großen Trommel, von getragen langsam bis zappelig schnell, von wortlosen Gesprächen bis zu „optischer Musik“ – in diesem Programm mit fünf kurzen Filmen breitet sich die Welt des Hörens vor uns aus. (S.H.)

Programm:
Birdcalls Malcolm Sutherland, CA, 2006, DCP, Farbe, 5 min
Der Propellervogel 2005, Jan Locher und Thomas Hinke, D, 2005, DCP, Farbe, 5 min
Faultier 2018, Julia Ocker, D, 2018, DCP, Farbe, 4 min
Virtuos Virtuell Thomas Stellmach und Maja Oschmann, D, 2013, DCP, s/w, 8 min
Paraguaya Punk Dante Zaballa, AR, 2019, DCP, Farbe, 2 min

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