The Earth Is Blue As An Orange


Wie kann man in einem Film erzählen, was es bedeutet, im Krieg zu leben? Diese Frage stellt sich Mira aus dem Donbass. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den jüngeren Geschwistern dreht sie einen Film genau darüber. Sie interviewt ihre Familie, lässt Soldaten Szenen nachspielen und diskutiert über die nächsten Schritte – all das in der Kriegssituation. Iryna Tsilyk begleitet dieses Vorhaben und fängt dabei liebevolle und humorvolle Familienszenen inmitten des Schreckens des Krieges ein. Dieser mitreißende Metafilm vermittelt den Schmerz und die Gräuel des Krieges, ohne die Brutalität bildlich darzustellen.

Brainwashed: Sex – Camera – Power


Seit dem Skandal um Harvey Weinstein, dessen frauenverachtende Praxis als Produzent nicht nur ganz Hollywood, sondern die gesamte Filmbranche in Verruf zu bringen schien, wurde viel über Sexismus am Set diskutiert. In Menkes’ Filmessay geht es nun um die Filme, die ein solches System hervorbringt. Und keineswegs „nur“ um das klassische Hollywoodkino. Vielmehr wird anhand von über 70 Ausschnitten aus Arbeiten wie BLADE RUNNER, aber auch TITANE analysiert, wie der Ausschluss von Frauen auf der großen Leinwand funktioniert und was er bewirkt. Feministische Gesellschaftskritik als gelebte ästhetische Erfahrung. Tut gut! (Katja Wiederspahn/Viennale 2022)

Aftersun


Ein geschiedener Vater und seine elfjährige Tochter Sophie machen Ende der 1990er Jahre Urlaub in der Türkei – mit dabei: die neuerworbene Videokamera. Sie wird zur Bewahrerin dieses vielleicht letzten Zusammenseins. Die beiden genießen die Zeit, liegen am Strand, gehen schnorcheln, Sophie erkundet die Welt der Teenager. Und obwohl eine Aura von Scheitern und Traurigkeit den Vater umgibt, ist seine innige Zuwendung ebenso unübersehbar wie ihrer beider Wunsch, die Reise möge gelingen. Die anrührende Erzählung kulminiert in einer Szene, die die heutige Sophie, zuvor nur blitzlichtartig eingeblendet, tanzend mit ihrem kindlichen Ich und dem Vater vereint. (Barbara Kronsfoth / VIENNALE’22)

Als OV, OmdU, OmeU und deutsche Synchronfassung verfügbar.

PARA:DIES


PARA:DIES gibt uns in der ersten Einstellung die strahlend weiße Fassade eines schicken Salzburger Einfamilienhauses mit Garten zu sehen. In diesem Haus wohnen – seltsam angekommen und doch nur vorübergehend – Jasmin und Lee, die nebeneinander auf einer weißen Couch sitzen und von ihrem ersten Date erzählen. Die kokette Scheu vor der Kamera, der rasche Wechsel zwischen intro- und extrovertierter Sprechweise und die ,seriously cringe‘ Stimmung der ersten Minuten täuschen zunächst überzeugend darüber hinweg, dass es sich bei diesem scheinbaren Dokumentarfilm um einen Spielfilm von (und mit) Elena Wolff und Julia Windischbauer handelt.

In den Gesprächen zu zweit und alleine mit der „Filmemacherin“ (Melanie Sidhu) zeigen sich Jasmin und Lee nach und nach mit ihren individuellen Träumen, Ängsten und Verletzungen, durch die auch die Mikro-Machtverhältnisse in der „Relashe“ offengelegt werden. Die Beziehung zwischen den beiden wird durch den Blick der Dritten gefordert, die Verschiebungen auf der Ebene des Blickregimes führen zu einer Verschiebung des Begehrens und der Beziehungsgefüge. Die Frage der Autorschaft sowie der Position des Blickes wird über den ganzen Film hinweg in einer Spannung gehalten, die durch den Eintritt der „Filmemacherin“ in das Filmbild erst recht nicht aufgelöst wird.

PARA:DIES ist peinlich, schmerzhaft, macht Spaß und zeigt ganz nebenbei eine ziemlich komplexe, psychologisch subtil gezeichnete queere Beziehung, wie man sie im (österreichischen) Kino noch selten gesehen hat. (Nicole Kandioler)

Blue Island


Massive protests erupted in Hong Kong in 2019, after China intensified its grip over the international city, towards which it has promised autonomy until the year 2047. But this is not the only time when Hong Kong has shown its rebellious side. As a society with Chinese roots but a hundred years of British upbringing, Hong Kong sits right at the clashing border between two very different systems. From the leftist riots in 1967 to the movement to the smuggling out of Tiananmen Massacre refugees in 1989, Hong Kongers from different generations have fought for the freedom and self-assertion that they believe in. By following and reconstructing the stories of activists through the ages, this film explores how these past events shaped Hong Kong’s identity, and ultimately what it means to be a Hong Konger.

Love After Love


Hongkong Ende der 1930er Jahre. GE Weilong, einem junges Mädchen aus Shanghai, geht das Geld aus. Um ihr Studium bezahlen zu können, bittet sie ihre Tante Frau LIANG um Hilfe. Diese führt ein eher zwielichtiges Leben, und Weilong wird allmählich immer mehr in das Buhlen der Tante um die Gunst der reichen und mächtigen Männer hineingezogen. Schließlich fühlt sich Weilong auch noch zu dem nichtsnutzigen Playboy George CHIAO hingezogen, dessen Ziel es jedoch ist, ein reiches Mädchen zu heiraten, um seinen eigenen großspurigen Lebensstil aufrechterhalten zu können. Dank der Intrigen der Tante heiratet Weilong George am Ende, doch um die absurde Beziehung am Leben zu erhalten, muss sie ihre Seele verkaufen. Ein schwüles Drama um „Schuld und Sühne”, oder eigentlich eher „Übertretung und Zurechtweisung”, mit kühlem Kopf von Meisterin Ann Hui inszeniert.

ANN HUI Geboren 1947 in Anshan, China. Im Alter von drei Jahren Übersiedlung nach Macao, mit fünf Jahren schließlich nach Hongkong. Nach ihrem Abschluss in englischer Literaturwissenschaft und Komparatistik 1972 an der University of Hong Kong ging Ann Hui für zwei Jahre an die London Film School, ihre Abschlussarbeit dort schrieb sie über das Werk von Alain Robbe-Grillet. Nach ihrer Rückkehr nach London arbeitete sie als Assistentin für King Hu. Als Regisseurin, Produzentin, Drehbuchautorin und Darstellerin ist Ann Hui eine der wichtigsten Proponent*innen der Hong Kong New Wave und blickt auf eine jahrzehntelange überaus erfolgreiche Karriere sowohl im Fernsehen als auch im Kino zurück. Zu ihren Filmen zählen u.a. The Secret (1979), Boat People (1982), Love in a Fallen City (1984), The Romance of Book and Sword (1987), Summer Snow (1995), Ordinary Heroes (1999), The Postmodern Life of My Aunt (2006), Night and Fog (2009), A Simple Life (2011) und Our Time Will Come (2017).

TERMIN: Sa 14. Mai 2022 | 16:00

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Red Lotus Asian Filmfestival Vienna

Keep Rolling


Ann Hui ist in Hongkong aufgewachsen und verkörpert auf einzigartige Weise das kulturelle und historische Erbe der Stadt. Sie ist extrem vielseitig und flexibel, nimmt alles gerne selbst in die Hand, arbeitet schnell und findet auch inmitten der größten Schwierigkeiten kleine Freuden. Und sie ist eine der wenigen intellektuellen Regisseur*innen mit akademischer Ausbildung in Hongkong – ganz zu schweigen davon, dass sie eine weibliche Regisseurin in einem von Männern dominierten Berufszweig ist. Seit Jahren bewegt sie sich auf dem schmalen Grat zwischen einem eher künstlerischen und einem eher kommerziellen Zugang zum Kino. Wie Tsui Hark es einmal ausdrückte: „Ann ist eine Spezies, die Hongkongs Filmindustrie schützen muss”. Das Kino Hongkongs verdankt ihr Licht, Mut, Kraft immer neues Leben. Dies ist ein Film über ihre Geschichte, die Geschichte des Kinos von Hongkong und seiner Macher*innen.

MAN LIM-CHUNG begann nach seinem Abschluss an der Hong Kong Polytechnic University – School of Design im Jahr 1991, in der Filmindustrie zu arbeiten. In seinen ersten Jahren assistierte er den bekanntesten Art Directors in Hongkong wie Tony AU oder William CHANG in ihrer Arbeit an zahlreichen Hongkong-Blockbustern. Er selbst gewann als Art Director für Tempting Heart 1999 seinen ersten Hongkong Film Award und begründete so seine Karriere als einer der bekanntesten Art Directors in Hongkong. Seit 2002 arbeitet er mit der Regisseurin Ann Hui zusammen und war als Art Director für ihre Filme July Rhapsody, The Golden Era und Our Time Will Come verantwortlich. Keep Rolling ist sein Debüt als Regisseur.

TERMIN: Sa 14. Mai 2022 | 14:00

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

Back to the Wharf


SONG Hao kehrt nach 15 Jahren in seine Heimatstadt zurück, um am Begräbnis seiner Mutter teilzunehmen. Er trifft alte Freunde wieder, und eine romantische Beziehung scheint für Geborgenheit zu sorgen. Doch SONG Hao trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Es hat mit jenem Vorfall zu tun, der seinerzeit zu seiner Flucht geführt hat. Ein früherer Schulkollege, der jetzt zum Immobilienhai geworden ist, versucht, ihn zu erpressen, und auch mit seinem Vater, der inzwischen ein mächtiger Politiker geworden ist, ist SONG Hao noch nicht im Reinen. LI Xiaofengs Film ist ein fesselndes Drama mit Film-noir-Anklängen und einem hypnotischen Sog.

LI XIAOFENG studierte Filmregie an der Sint-Lukas School of Arts in Brüssel. Er arbeitete als Drehbuchautor und Hauptdarsteller an ZHANG Yuans Dada’s Dance (2009). Sein Regiedebüt Nezha (2014) feierte seine Premiere in der New Current Competition beim Busan Film Festival und wurde beim Taipei Golden Horse Award als Best New Director and für das beste adaptierte Drehbuch nominiert. 2017 stellte er seinen zweiten Film Ash fertig. LI Xiaofeng ist außerdem Associate Professor am College of Arts and Media der Tongji University, China.

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 22:00

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

No Ground Beneath the Feet


Durch den Klimawandel werden die ländlichen Gebiete Bangladeschs von verheerenden Überflutungen heimgesucht. Saiful ist wie viele andere aus den verarmten Regionen in die Metropole Dhaka gekommen, um als Rettungsfahrer seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch er gerät in Versuchung und folglich in eine problematische Ehe mit einer anderen verzweifelten Seele. Nun ist er hin- und hergerissen zwischen zwei Ehefrauen, haarsträubend riskanten Jobs und einer Reihe unglücklicher Ereignisse. Parallel dazu kämpft seine Familie aufgrund der Überschwemmung darum, Halt zu finden, geschweige denn ein Stück Land, um ihre Angehörigen zu begraben, die während der Flut ums Leben kamen. Saiful weiß, dass er eine Lösung für seine Situation finden muss.

MOHAMMAD RABBY MRIDHA – Geboren in Rupatoli, Barishal, einer Stadt, in deren Herzen der Fluss Kirtonkhola fließt. Mohammad Rabby Mridha zog 2007 nach Dhaka und begann seine Filmkarriere 2015 mit einem TV-Werbespot für eine Modemarke. Fortan drehte er viele TV-Werbespots und Musikvideos. No Ground Beneath the Feet ist sein Spielfilmdebüt.

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 19:30

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

The Book of Fish


Wir schreiben das Jahr 1801, ein neuer König hat den Thron bestiegen. Der Gelehrte CHUNG Yak-jeon, der dem vorherigen Herrscher mit Hingabe gedient hatte, wird auf die Insel Heuk-san verbannt. Er landet voller Angst auf dem unbekannten Territorium, doch schon bald ist er von den Wundern des Meeres und seinen erstaunlichen Kreaturen begeistert. Er lernt Chang-dae kennen, einen jungen Fischer, der ein großer Bewunderer des Konfuzianismus ist und profunde Kenntnisse über Flora und Fauna des Meeres besitzt. Fasziniert von seinem Wissen, beschließt CHUNG, ein Buch über die Lebewesen des Meeres zu schreiben und bittet Chang-dae, ihm dabei zu helfen – im Gegenzug wird er Chang-dae in die Lehren des Konfuzianismus einführen. Mit seiner sehr sanften, zärtlichen Kameraführung in Schwarzweiß entfaltet sich die Geschichte wie ein Märchen und schlängelt sich sachte in unsere Herzen. Wir gewöhnen uns mühelos und fast unbemerkt an die Menschen in diesen abgelegenen Zeiten und Gegenden – wie die Menschen im Film, die einander nach und nach zu lieben beginnen.

LEE JOON-IK, geboren 1959, ist ein südkoreanischer Filmregisseur und Produzent. Er studierte Malerei an der Sejong-Universität in Seoul, verließ sie jedoch früh, um Illustrator zu werden, und wechselte bald in die Filmindustrie. 1993 gründete er seine Firma CineWorld und drehte seinen ersten Film Kid Cop. Er ist vor allem als Regisseur und Produzent von Once Upon a Time in a Battlefield (2003) und The King and the Clown (2005) bekannt, letzterer einer der erfolgreichsten koreanischen Filme aller Zeiten. Andere bemerkenswerte Filme sind Sunny (2008), Hope (2013), The Throne (2015) und Dongju: The Portrait of a Poet (2016).

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 16:30

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

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