Love After Love


Hongkong Ende der 1930er Jahre. GE Weilong, einem junges Mädchen aus Shanghai, geht das Geld aus. Um ihr Studium bezahlen zu können, bittet sie ihre Tante Frau LIANG um Hilfe. Diese führt ein eher zwielichtiges Leben, und Weilong wird allmählich immer mehr in das Buhlen der Tante um die Gunst der reichen und mächtigen Männer hineingezogen. Schließlich fühlt sich Weilong auch noch zu dem nichtsnutzigen Playboy George CHIAO hingezogen, dessen Ziel es jedoch ist, ein reiches Mädchen zu heiraten, um seinen eigenen großspurigen Lebensstil aufrechterhalten zu können. Dank der Intrigen der Tante heiratet Weilong George am Ende, doch um die absurde Beziehung am Leben zu erhalten, muss sie ihre Seele verkaufen. Ein schwüles Drama um „Schuld und Sühne”, oder eigentlich eher „Übertretung und Zurechtweisung”, mit kühlem Kopf von Meisterin Ann Hui inszeniert.

ANN HUI Geboren 1947 in Anshan, China. Im Alter von drei Jahren Übersiedlung nach Macao, mit fünf Jahren schließlich nach Hongkong. Nach ihrem Abschluss in englischer Literaturwissenschaft und Komparatistik 1972 an der University of Hong Kong ging Ann Hui für zwei Jahre an die London Film School, ihre Abschlussarbeit dort schrieb sie über das Werk von Alain Robbe-Grillet. Nach ihrer Rückkehr nach London arbeitete sie als Assistentin für King Hu. Als Regisseurin, Produzentin, Drehbuchautorin und Darstellerin ist Ann Hui eine der wichtigsten Proponent*innen der Hong Kong New Wave und blickt auf eine jahrzehntelange überaus erfolgreiche Karriere sowohl im Fernsehen als auch im Kino zurück. Zu ihren Filmen zählen u.a. The Secret (1979), Boat People (1982), Love in a Fallen City (1984), The Romance of Book and Sword (1987), Summer Snow (1995), Ordinary Heroes (1999), The Postmodern Life of My Aunt (2006), Night and Fog (2009), A Simple Life (2011) und Our Time Will Come (2017).

TERMIN: Sa 14. Mai 2022 | 16:00

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Red Lotus Asian Filmfestival Vienna

Keep Rolling


Ann Hui ist in Hongkong aufgewachsen und verkörpert auf einzigartige Weise das kulturelle und historische Erbe der Stadt. Sie ist extrem vielseitig und flexibel, nimmt alles gerne selbst in die Hand, arbeitet schnell und findet auch inmitten der größten Schwierigkeiten kleine Freuden. Und sie ist eine der wenigen intellektuellen Regisseur*innen mit akademischer Ausbildung in Hongkong – ganz zu schweigen davon, dass sie eine weibliche Regisseurin in einem von Männern dominierten Berufszweig ist. Seit Jahren bewegt sie sich auf dem schmalen Grat zwischen einem eher künstlerischen und einem eher kommerziellen Zugang zum Kino. Wie Tsui Hark es einmal ausdrückte: „Ann ist eine Spezies, die Hongkongs Filmindustrie schützen muss”. Das Kino Hongkongs verdankt ihr Licht, Mut, Kraft immer neues Leben. Dies ist ein Film über ihre Geschichte, die Geschichte des Kinos von Hongkong und seiner Macher*innen.

MAN LIM-CHUNG begann nach seinem Abschluss an der Hong Kong Polytechnic University – School of Design im Jahr 1991, in der Filmindustrie zu arbeiten. In seinen ersten Jahren assistierte er den bekanntesten Art Directors in Hongkong wie Tony AU oder William CHANG in ihrer Arbeit an zahlreichen Hongkong-Blockbustern. Er selbst gewann als Art Director für Tempting Heart 1999 seinen ersten Hongkong Film Award und begründete so seine Karriere als einer der bekanntesten Art Directors in Hongkong. Seit 2002 arbeitet er mit der Regisseurin Ann Hui zusammen und war als Art Director für ihre Filme July Rhapsody, The Golden Era und Our Time Will Come verantwortlich. Keep Rolling ist sein Debüt als Regisseur.

TERMIN: Sa 14. Mai 2022 | 14:00

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

Back to the Wharf


SONG Hao kehrt nach 15 Jahren in seine Heimatstadt zurück, um am Begräbnis seiner Mutter teilzunehmen. Er trifft alte Freunde wieder, und eine romantische Beziehung scheint für Geborgenheit zu sorgen. Doch SONG Hao trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Es hat mit jenem Vorfall zu tun, der seinerzeit zu seiner Flucht geführt hat. Ein früherer Schulkollege, der jetzt zum Immobilienhai geworden ist, versucht, ihn zu erpressen, und auch mit seinem Vater, der inzwischen ein mächtiger Politiker geworden ist, ist SONG Hao noch nicht im Reinen. LI Xiaofengs Film ist ein fesselndes Drama mit Film-noir-Anklängen und einem hypnotischen Sog.

LI XIAOFENG studierte Filmregie an der Sint-Lukas School of Arts in Brüssel. Er arbeitete als Drehbuchautor und Hauptdarsteller an ZHANG Yuans Dada’s Dance (2009). Sein Regiedebüt Nezha (2014) feierte seine Premiere in der New Current Competition beim Busan Film Festival und wurde beim Taipei Golden Horse Award als Best New Director and für das beste adaptierte Drehbuch nominiert. 2017 stellte er seinen zweiten Film Ash fertig. LI Xiaofeng ist außerdem Associate Professor am College of Arts and Media der Tongji University, China.

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 22:00

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No Ground Beneath the Feet


Durch den Klimawandel werden die ländlichen Gebiete Bangladeschs von verheerenden Überflutungen heimgesucht. Saiful ist wie viele andere aus den verarmten Regionen in die Metropole Dhaka gekommen, um als Rettungsfahrer seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch er gerät in Versuchung und folglich in eine problematische Ehe mit einer anderen verzweifelten Seele. Nun ist er hin- und hergerissen zwischen zwei Ehefrauen, haarsträubend riskanten Jobs und einer Reihe unglücklicher Ereignisse. Parallel dazu kämpft seine Familie aufgrund der Überschwemmung darum, Halt zu finden, geschweige denn ein Stück Land, um ihre Angehörigen zu begraben, die während der Flut ums Leben kamen. Saiful weiß, dass er eine Lösung für seine Situation finden muss.

MOHAMMAD RABBY MRIDHA – Geboren in Rupatoli, Barishal, einer Stadt, in deren Herzen der Fluss Kirtonkhola fließt. Mohammad Rabby Mridha zog 2007 nach Dhaka und begann seine Filmkarriere 2015 mit einem TV-Werbespot für eine Modemarke. Fortan drehte er viele TV-Werbespots und Musikvideos. No Ground Beneath the Feet ist sein Spielfilmdebüt.

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 19:30

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The Book of Fish


Wir schreiben das Jahr 1801, ein neuer König hat den Thron bestiegen. Der Gelehrte CHUNG Yak-jeon, der dem vorherigen Herrscher mit Hingabe gedient hatte, wird auf die Insel Heuk-san verbannt. Er landet voller Angst auf dem unbekannten Territorium, doch schon bald ist er von den Wundern des Meeres und seinen erstaunlichen Kreaturen begeistert. Er lernt Chang-dae kennen, einen jungen Fischer, der ein großer Bewunderer des Konfuzianismus ist und profunde Kenntnisse über Flora und Fauna des Meeres besitzt. Fasziniert von seinem Wissen, beschließt CHUNG, ein Buch über die Lebewesen des Meeres zu schreiben und bittet Chang-dae, ihm dabei zu helfen – im Gegenzug wird er Chang-dae in die Lehren des Konfuzianismus einführen. Mit seiner sehr sanften, zärtlichen Kameraführung in Schwarzweiß entfaltet sich die Geschichte wie ein Märchen und schlängelt sich sachte in unsere Herzen. Wir gewöhnen uns mühelos und fast unbemerkt an die Menschen in diesen abgelegenen Zeiten und Gegenden – wie die Menschen im Film, die einander nach und nach zu lieben beginnen.

LEE JOON-IK, geboren 1959, ist ein südkoreanischer Filmregisseur und Produzent. Er studierte Malerei an der Sejong-Universität in Seoul, verließ sie jedoch früh, um Illustrator zu werden, und wechselte bald in die Filmindustrie. 1993 gründete er seine Firma CineWorld und drehte seinen ersten Film Kid Cop. Er ist vor allem als Regisseur und Produzent von Once Upon a Time in a Battlefield (2003) und The King and the Clown (2005) bekannt, letzterer einer der erfolgreichsten koreanischen Filme aller Zeiten. Andere bemerkenswerte Filme sind Sunny (2008), Hope (2013), The Throne (2015) und Dongju: The Portrait of a Poet (2016).

TERMIN: Fr 13. Mai 2022 | 16:30

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Leonor Will Never Die


Ein Film über die Liebe zum Film und über die magische Kraft des Kinos: Die ältere, einst erfolgreiche Actionregisseurin Leonor Reyes ist mit ihren Zahlungen im Rückstand, sehr zum Leidwesen ihres im Haushalt lebenden erwachsenen Sohnes Rudy. Sie sieht einen Zeitungsartikel über einen Drehbuchwettbewerb und beschließt, einen alten Stoff zu bearbeiten, an dem sie vor langer Zeit geschrieben hat. Leider fällt ihr eines Tages buchstäblich ein Fernseher auf den Kopf und versetzt sie ins Koma. Der Vorteil ist, dass sie jetzt frei durch die Welt ihres Drehbuchs streifen und mit ihren Charakteren interagieren kann. Leonor Will Never Die ist herzerwärmend, unterhaltsam und in jeder Hinsicht überraschend.

MARTIKA RAMIREZ ESCOBAR

Obwohl Leonor Will Never Die ihr Regiedebüt ist, ist Martika Ramirez Escobar schon seit geraumer Zeit in der Branche tätig. Sie schloss ihr Studium an der University of the Philippines mit Auszeichnung ab, und ihr Abschlussfilm Stone Heart nahm am 19. Busan International Film Festival teil. Als Kamerafrau hat sie Filme wie Hello, Stranger: The Movie oder die Musikvideos von Zack Tabuldo (Heart Can’t Lose) und The Juans (Sabik) gedreht. Die vollständige Realisierung von Leonor Will Never dauerte acht Jahre. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Sundance Film Festival 2022, wo er den World Cinema Dramatic Special Jury Award for Innovative Spirit gewann.

TERMIN: Do 12. Mai 2022 | 22:00

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Sexual Drive


Seien Sie auf der Hut, wenn Sie Sex-Geheimnisse haben, hier könnten sie aufgedeckt werden: Drei Vignetten, die durch einen ziemlich verwegenen Fremden namens Kiru (SERIZAWA Tateto) miteinander verwoben sind. Ein wenig wie der Narr in einem Shakespeare-Stück stiftet er Unheil und weist zugleich auf die Wahrheit hin, indem er die Menschen mit ihren sexuellen Geheimnissen konfrontiert. Alle Geschichten drehen sich um ein spezielles Gericht, sei es Natto, Mapo-Tofu oder Ramen mit extra viel Speck, der Hunger nach Essen und/oder nach Sex wird so für die sehr speziellen Figuren im Film nach und nach ununterscheidbar. Kiru lässt sie dann fassungslos zurück, aber fast immer ist sein Erscheinen der Anstoß, den die Person braucht, um mehr Wahrhaftigkeit oder Erfüllung zu finden. Ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Begehren im Leben, mehr Lust!

YOSHIDA KOTA – Geboren 1978. Nach seinem Studium an der Waseda University absolvierte er eine Film-Ausbildung am ENBU Seminar. Seit 2010 zahlreiche nationale und internationale Festivalteilnahmen und -preise. Zu seinen Filmen zählen unter anderem Yuriko’s Aroma (2010), Come as You Are (2011), Ochiki (2012), Sukimasuki (2015), Even Though I Don’t Like It (2016) und Love Disease (2018).

TERMIN: Do 12. Mai 2022 | 19:30

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Red Lotus Asian Film Festival Vienna

Flee


Wie kann eine Geschichte erzählt werden, dessen Protagonist anonym bleiben muss? Filmemacher Jonas Poher Rasmussen erschafft das Pseudonym Amin Nawabi, das es ermöglichen soll, nach 20 Jahren zum ersten Mal die wahre Version einer Flucht wiederzugeben. Durch Animation und Archivaufnahmen breitet der Filmemacher das Leben seines alten Schulfreundes aus, der mittlerweile in Dänemark lebt. „Some things are hard to talk about.“, sagt Amin und beginnt über sein Leben im Afghanistan der 1970er Jahre und seinen Weg nach Europa zu reden.

Flee gewann bisher 50 internationale Film- bzw. Festivalpreise und wurde für über 80 weitere nominiert. Zu den erhaltenen Auszeichnungen gehört u. a. der Hauptpreis des Sundance Film Festivals sowie drei Europäische Filmpreise. 2021 eröffnete er das online stattfindende This Human World Filmfestival. Flee vertritt außerdem Dänemark als Kandidat für den besten internationalen Film bei der Oscarverleihung 2022.

This Human World Festival

GRAVE


Eigentlich isst Justine, Studentin der Veterinärmedizin, kein Fleisch. Aber dann passiert da diese Sache und die junge, unschuldige Frau entwickelt seltsame, um nicht zu sagen: ziemlich befremdliche, nein, eigentlich ganz und gar abstoßende Gelüste. Ducournau kennt in ihrem ebenso wagemutigen wie stilsicheren Debüt nach eigenem Drehbuch keine Hemmungen; sie taucht ein Coming-of-Age-Drama in Blut und Gekröse und folgt dem Erwachen der Lust Justines am Fleischfressen und am Sex bis in die purpurfinstersten Tiefen, dorthin, wo die animalischen Instinkte lauern und der Mensch dem Raubtier gleicht.

1970


Im Dezember 1970 sah sich die kommunistische Parteidiktatur in Polen mit einem Aufstand verzweifelter Arbeiter konfrontiert; die Lebensmittelversorgung war ohnehin schon katastrophal, nun stiegen auch noch die Preise. Aus jenen Tagen wachsender Unruhe, die in Gewalt endeten, sind Tonbandaufnahmen überliefert, darauf Vertreter der Partei das Vorgehen beraten. Diese Dokumente dienen Wolski als Grundlage: Die Politiker lässt er als Puppen auftreten und stellt den Stimmen aus dem Off die Bilder von der Straße gegenüber. Das Künstliche und das Wirkliche kollidieren; das Volk, der Macht der Apparatschiks ausgesetzt, versucht sich dennoch zu formieren.

Bert Rebhandl, Viennale

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