Houchang Allahyari über Der letzte Tanz

Eintrag vom 13. Juni 2014

Emotion und Sexualität im Alter: Mit der einzigartigen Erni Mangold hat Houchang Allahyari Der letzte Tanz , einen seiner besten Filme, gedreht. Ein Gespräch mit Claus Philipp.

Kern meiner Filme sind meine Träume, meine Vorstellung vor dem Drehen, die Bilder in meinem Kopf.

So bringt Regisseur Houchang Allahyari die Essenz seiner Filme auf den Punkt. In Der letzte Tanz behandelt er - ausgehend von einem realen Fall - ein tabuisiertes Thema unserer Gesellschaft: Der junge Zivildiener Karl (Daniel Sträßer) nähert sich der 60 Jahre älteren Alzheimerpatientin Julia (Erni Mangold) an - eine zarte Liebesgeschichte, die sich beide wünschen, aber die von Rechts wegen nicht sein darf.

Durch das medizinische Abhängigkeitsverhältnis darf er sich als Mitarbeiter des Krankenhauses nicht in eine Patientin verlieben und sich ihr schon gar nicht sexuell nähern – er macht sich strafbar. Da die Patientin entmündigt ist, wird dies als Vergewaltigung bewertet. Aber wenn von beiden Seiten Emotionen bestehen, muss ich Verwandte oder den Vormund um Erlaubnis bitten, mich zu verlieben?

Erni Mangold - für ihre Rolle ausgezeichnet als "Beste Schauspielerin" auf der Diagonale 2014 - ist ein absoluter Glücksfall:

Ich habe sehr viele Schauspielerinnen für diese Rolle gecastet und keine unter ihnen gefunden, die sich wie Erni Mangold von einer alten Frau in ein junges Mädchen verwandeln kann. Sie stellt das Verhalten und die Emotionen einer 18-jährigen dar.

Das vollständige Gespräch - sowie ein Interview mit Erni Mangold und Daniel Sträßer - finden Sie in unserer aktuellen Stadtkino Zeitung.

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