THE OTHER IS ONESELF - Filmprogramm

9. – 30. November 2019

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Die vom Künstler Sébastien de Ganay ins Leben gerufene Initiative THE OTHER IS ONESELF unterstützt mit einer Ausstellung, einer Kunstauktion, einem Filmprogramm, einer Konferenz und einer Publikation Projekte des Hilfswerk International für syrische Flüchtlinge im Libanon. Im Stadtkino werden jeden Samstag im November um 15:00 Filme von RegisseurInnen syrischer Herkunft gezeigt, die vom Alltag vor der Revolution, vom Umgang mit traumatischen Kriegserfahrungen, von Ausbeutung und der Suche nach neuem Lebenssinn erzählen.

Kommender Termin:

30.11. um 15:00 Uhr, Taste Of Cement, Ziad Kalthoum | ONLINE TICKETS

THE OTHER IS ONESELF is an initiative of Sébastien de Ganay mobilizing the artistic community and civil society with the objective of raising public awareness in different areas: sustainable development for social progress and the strengthening of human rights and democratic values through artistic creation. The result of war, political conflict and poverty, current population displacements are the largest since the Second World War. Millions of people have been forced into exile from Syria, Iraq and other countries of the Middle East, fleeing terror, destruction and the impossibility of providing for the needs of their families.

From 5th November to 14th December 2019 THE OTHER IS ONESELF will bring together for the first time in Austria artists, filmmakers, writers, fashion designers, galleries and collectors to draw attention to the plight of refugees and above all to mobilize funds to provide them with rapid and practical assistance, in cooperation with Hilfswerk International, an NGO active in Lebanon and soon again in Syria. THE OTHER IS ONESELF will comprise several elements: an exhibition, a conference, an auction, a publication, and a film programme.

THE OTHER IS ONESELF — Filme: Bilder jenseits des Sagbaren

Die Filme von Regisseuren syrischer Herkunft erzählen vom Alltag vor der Revolution, vom Umgang mit traumatischen Kriegserfahrungen, von Ausbeutung und der Suche nach neuem Lebenssinn. Zu sehen sind sie im Stadtkino im Künstlerhaus.

09.11.2019, 15:00 Uhr

WAJD – Songs of Separation, Ein Film von Amar Chebib | Dokumentarfilm | CAN 2018 | OmeU | 87 Minuten

Melodien als Erinnerung an die verlorene Heimat. Dem Krieg entflohen wenden sich drei syrische Flüchtlinge im Exil ihrer Liebe zur Sufi-Musik zu. Amar Chebibs „Wajd: Songs of Separation“ zeigt die Kraft nahezu vergessener Lieder.
Inspiriert von der traditionellen Sufi-Musik Syriens reiste der syrisch-kanadische Filmemacher Amar Chebib 2010 nach Damaskus und Aleppo. Ein halbes Jahr später begann die Revolution, die zum blutigen Bürgerkrieg und zur größten humanitären Krise unserer Zeit eskalierte. Erschüttert von den grauenhaften Ereignissen, die die Menschen, mit denen sich Chebib während seiner Recherche angefreundet hatte, durchleben mussten, verwandelte sich das ursprünglich geplante Filmprojekt zu einer Geschichte von drei syrischen Musikern, die zu Flüchtlingen wurden. Über einen Zeitraum von fünf Jahren reiste der Regisseur mehrmals in die jeweiligen Exilländer, in denen Ibrahim, Abdulwahed und Mohamed versuchten, ein neues Leben zu beginnen. Konfrontiert mit der eigenen traumatischen Vergangenheit, beginnen sie sich dieser mit Hilfe der Musik zu stellen. Einfühlsam verbindet Chebib hier Szenen aus dem täglichen Leben der Männer mit solchen aus Musikdarbietungen und beinahe aus der Tradition gekommenen Sufi-Zeremonien. Auch poetische Aufnahmen eines Vorkriegs-Syriens rücken immer wieder ins Bild. „Wajd – Songs of Separation“ ist eine filmische Meditation über Verlust, Sehnsucht und Glauben.
(Manisha Jothady)

16.11.2019, 15:00 Uhr

CHAOS, Ein Film von Sara Fattahi | Spielfilm | AT/SY/LB/QA 2018 | OmdU | 95 Minuten - im Anschluss an den Film: Sara Fattahi im Gespräch mit Claudia Slanar (in englischer Sprache) - das Gespräch muss leider krankheitsbedingt ausfallen!

Friedenszeiten? Was ist das? Ist doch der Krieg in den Traumata der Vertriebenen allerorten allgegenwärtig. In Damaskus legt eine Mutter dem ermordeten Sohn täglich frische Kleidung aufs Bett. In Schweden bannt eine Geflüchtete manisch den erlittenen Schrecken in Collagen. Eine andere in Wien verhält sich unauffällig, stumm, an der Grenze zum Verschwinden. Ingeborg Bachmann liest ihr Gedicht „Exil“ und gibt den vom Bodenlosen und vom Unsagbaren handelnden Bildern Halt; den wie verwischten, zittrigen, abschweifenden Bildern, in denen Identitäts- wie Heimatverlust sich abbilden. Ein Blick sorgenvoller Angst, durch Tränen, auf verlorene Seelen – beunruhigt, beunruhigend, zwingend.

23.11.2019, 15:00 Uhr

A Memory in Khaki, Ein Film von Alfoz Tanjour | Spieldokumentarfilm | SY/QA/AT 2016 | OmeU, 108 Minuten - im Anschluss an den Film: Alfoz Tanjour im Gespräch mit Michelle Koch (in englischer Sprache)

„Mein Blut besteht aus dieser Stadt, ihren Steinen, ihren Nachbarschaften, ihren Geschäften, ihren Menschen und ihren Morgen … Mein Blut ist vielleicht aus dem Geruch von Diesel gemacht, der in ihr ist.“ Alfoz Tanjour besucht den syrischen Schriftsteller Ibrahim Samuel 2009 in Damaskus und filmt ihn in seinem Adidas-Pullover am Schreibtisch sitzend, mit Kaffee und Zigarette vor seinem Manuskript. Als Tanjour in den 1990er Jahren nach Moldawien ging, um Film zu studieren, war eine Kurzgeschichte Samuels sein erster Stoff. Auch jetzt ist der Intellektuelle Ausgangspunkt für eine Arbeit, die trotz immanenter Schwere wie ein anmutiger Flug ist. „A Memory in Khaki“ teilt Kunst und Gedanken von Menschen, denen das oppressive syrische Regime eingeprägt ist – mitsamt einer Farbe und ihrer Symbolik: Khaki. (Carolin Weidner)

30.11.2019, 15:00 Uhr

Taste Of Cement, Ein Film von Ziad Kalthoum | Dokumentarfilm | DE/LB/SY/AE/QA 2017 | OmeU | 85 Minuten

Taste of Cement - Der Geschmack von Zement: Ein Porträt über syrische Flüchtlinge, die im Libanon als Bauarbeiter arbeiten. In Beirut ziehen sie riesige Wolkenkratzer in die Höhe, während ihre eigenen Häuser von Bomben in Schutt und Asche gelegt werden. Weil sie die Baustellen der Hochhäuser über Nacht nicht verlassen dürfen, leben, kochen und schlafen sie in den Kellerräumen der Gebäude und versammeln sich jeden Abend vor dem Fernseher in der Hoffnung, Neuigkeiten aus der Heimat zu erfahren. (www.filmstarts.de)