März

Händl Klaus   Österreich 2008

1 Video

Neben Götz Spielmanns Revanche ist der erste Spielfilm von Händl Klaus, März, die schönste und wichtigste Kinoarbeit des heimischen Films in diesem Jahr. Und ähnlich wie Revanche, jedoch stilisierter und artifizieller, ist auch März ein Heimatfilm im allerbesten Sinne. Beruhend auf einer tatsächlichen Begebenheit – dem rätselhaften, gemeinsamen Selbstmord dreier Männer in Tirol vor wenigen Jahren – , erzählt der Regisseur eine Geschichte ohne Aufklärung, ein Nebenbei, eine Abwesenheit, eine Leerstelle. Gedreht im Tiroler Dialekt, teils mit Laien, an alltäglichen Orten, ist März ein Ineinander von Stilisierung und Realismus, von Gemachtem und Gefundenem, ein genauer, schmerzhafter Grenzgang eines außergewöhnlichen Kinos.

Die Entscheidung, die Figuren in einer radikalen Dialektversion sprechen zu lassen, war eine Rückkehr in eine Art «Ursuppe». Ich komme aus Tirol, lebe aber seit zwanzig Jahren nicht mehr dort. Wenn ich für das Theater schreibe, dann ist das eine stark stilisierte, rhythmisierte Kunstsprache. Aber hier war es ein Genuss, mit den verschütteten Ausdrücken umzugehen, mit denen ich aufgewachsen bin und für die man im Hochdeutschen längere Umschreibungen bräuchte. Der Dialekt bringt alles gleich auf den Punkt, und oft hat er eine eigentümliche Sinnlichkeit.

Händl Klaus

Informationen

Originaltitel
März
Deutscher Titel
März
Format
35mm
Projektionsformat
1:1,85
Länge
83 Min.
Fassung
OV
Farbe
Farbe
Regie
Händl Klaus
Drehbuch
Händl Klaus
Darsteller
Theodor Schuler, David Schrottner, Benno Eberhard, Isolde Ferlesch, Florian Eisner, Julia Gschnitzer, Irmi Frajo-Apor, Heidi Klepinger
Auszeichnungen

2008

Sarajevo Film Festival "Special Jury Award"

Kamera
Gerald Kerkletz
Schnitt
Joana Scrinzi
Ton
Hjalti Bager-Jonathansson
Produktion
Coop99
Verleih
Stadtkino Filmverleih
Prädikat
k.A.
Altersfreigabe
Wien: ab 8 Jahren, Bund: ab 10 Jahren